Kommentar über das Schock- Silvester in Köln: Hilflos vor dem Mob

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Entsetzen über die Übergriffe auf Frauen in Köln in der Silvesternacht: Es hat Tage gedauert, bis sich ein Bild zusammensetzte, was geschehen ist. Ein Kommentar von Barbara Will.

Es muss ein Alptraum gewesen sein für die Frauen in Kölns Innenstadt. Sie waren die Opfer dieser Silvesternacht: begrabscht, bedrängt und bestohlen – mitten in einer Menschenmenge, die nicht ihnen Schutz bot, sondern den Tätern.

Hilflos vor dem Mob: Da wachsen Angst und Wut. Sie bilden den Nährboden für noch Schlimmeres. Denn die Übergriffe passierten in einer großen Gruppe von Männern, die aus dem arabischen und nordafrikanischen Raum stammen sollen, einem Kulturkreis also, dem gern unterstellt wird, Frauen als Freiwild zu betrachten – in diesem Fall stimmt das offenbar. Das Kölner Geschehen ist eine Steilvorlage für jene, die alle Fremden lieber heute als morgen wieder loswären.

Menschen fremder Herkunft generell zu Unschuldslämmern zu stilisieren, ist naiv, sie unter Generalverdacht zu stellen, aber ist gefährlich. Deutschland braucht jetzt keine Parolen, sondern schnell Fakten. Noch ist vieles ungeklärt, etwa, warum die Polizei von der Chaosnacht offenbar kalt erwischt wurde.

Den Karneval vor Augen verspricht die Kölner Polizei stärkere Präsenz, Videokameras und Sicherheitskonzepte. Doch die wichtigste Aufgabe liegt bei Justiz und Politik: über das Bleiberecht von Zuwanderern schnell zu entscheiden, statt zuzulassen, dass sie jahrelang im Schwebezustand der Duldung oder illegal hier leben, in einer Parallelgesellschaft ohne Perspektive. Wer nicht bleiben darf, muss wirklich gehen. Damit jene Fremde bleiben können, die Schutz brauchen, statt Beute zu suchen.

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