Kommentar zur Zeitumstellung: Schön doof

Zweimal im Jahr wird gerätselt: Muss die Uhr nun um eine Stunde vor- oder zurückgestellt werden? Zweimal im Jahr fragt man sich, warum eigentlich? Ein Kommentar von Hagen Strauß.

Die Antwort darauf lautet: Weil deutsche und europäische Bürokraten das so wollen. Schön doof, denn die Zeitumstellung ist lästig und unnütz.

Zahlreiche Studien und Gutachten belegen, dass es keine überzeugenden Argumente mehr dafür gibt, die Bürger mit dem Drehen an der Uhr zu behelligen. In der Nacht auf Sonntag ist es wieder soweit. Sie wurde eingeführt, um Energie zu sparen. Nachgewiesen ist, dass es diesen Effekt der Zeitumstellung nicht gibt.

Dafür kommt aber der Biorhythmus vieler Menschen, vor allem von Kindern durcheinander. Dauer-Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sind die Folge. Übrigens leiden auch die Tiere. Zuletzt hat ein Gutachten im Auftrag des Deutschen Bundestages die Zeitumstellung für überflüssig befunden. In den letzten Jahren gab es daher schon viele Initiativen und Petitionen, mit dem Ziel, den Unsinn zu beenden. Alle sind bislang erfolglos geblieben. Das hat einen einfachen Grund: Einmal beschlossen, immer beschlossen. Wie so häufig in der Politik. Etwas zurückzunehmen ist schwerer, als etwas neu einzuführen.

Bleibt nur zu hoffen, dass der Druck in und auf Europa weiter hoch bleibt, damit die EU-Kommission irgendwann noch ein Einsehen hat und aktiv wird. Dann stellt sich allerdings eine neue knifflige Frage: Welche Zeit soll künftig gelten? Winter- oder Sommerzeit? Die Debatte dürfte spannend werden. Aber wenn man schon so lange als Bürger mit der Umstellung drangsaliert worden ist, dann darf man es bitteschön auch bequem und angenehm haben wollen.

Also her mit der Sommerzeit als Normalzeit, damit es eine Stunde länger hell bleibt - und man sich draußen länger eine vergnügliche Zeit machen kann.

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