Konditor wegen Nazi-Torten angezeigt

Wien - Torten mit Nazisymbolen - für sein illegales Backwerk ist ein Konditormeister aus Österreich angezeigt worden. Der Mann ist sich keiner Schuld bewusst und verweist auf die Wirtschaftskrise.

Österreich ist für seine vielfältigen Süßspeisen bekannt - eine sehr geschmacklose Kreation hat einem Konditor nahe Wien nun aber eine Anzeige eingebracht: Der Bäcker im kleinen Ort Maria Enzersdorf bietet mit Nazisymbolen verzierte Torten für jeden Anlass an. Ein Verein für Überlebende von Konzentrationslagern, das Mauthausen Komitee (MKÖ), zeigte den Mann am Dienstag bei Polizei und Staatsanwaltschaft an.

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“Willkommen in der Welt der ganz speziellen Tortenkunst“, wirbt die Konditor auf seiner Homepage für seine Backkünste. Ob nackte Frauen, berühmte Bauwerke oder Rasenmäher - der Konditormeister verwandelt alles in bunte Zuckerlandschaften. In seinem im Laden ausliegenden Katalog biete er auch eine Tauftorte mit auf einem Hakenkreuz liegenden Baby mit zum Hitlergruß gereckten Ärmchen an, berichteten österreichische Medien. Eine andere Version zeige auf brauner Marzipandecke einen Stahlhelm, Kampfjet und Hakenkreuz.

Der Bäcker selbst ist sich keiner Schuld bewusst und verweist auf die Wirtschaftskrise. “In Zeiten wie diesen müssen wir nehmen was kommt“, sagte er der österreichischen Zeitung “Standard“. Auf seiner Geburtstagstorte wolle es so etwas nicht haben, “aber wenn es den Kunden gefällt“. Und weiter: “Ich würde auch den Gaddafi backen, wenn es wer bestellt.“

“Dies ist ein abscheuliches Beispiel, wie mit Nazi-Dreck Geld gemacht wird“, schimpfte der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi. Ihm bereiten vor allem die Auftraggeber solcher Torten Sorgen: “Wie wächst ein Kind auf, dessen Eltern eine solche Tauftorte bestellen.“

Einer Kaffeehausbesucherin waren die Motive in dem Tortenkatalog aufgefallen, so das MKÖ. Sie informierte das Komitee, zahlreiche Medien berichteten über die Anzeige. Der Bäcker selbst ist von dem ganzen Rummel überrascht: “Ich habe nicht damit gerechnet, dass so ein Wind gemacht wird“, sagte er dem ORF am Nachmittag.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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