Nach tödlicher Explosion: Wieder Detonationen

Brazzaville - Am Tag nach der Katastrophe herrscht in Brazzaville weiter der Ausnahmezustand. Die Explosion eines Munitionslagers hat dort 146 Menschen in den Tod gerissen und etwa 1500 verletzt.

Neue Detonationen haben in Brazzaville am Montag die Furcht vor einer weiteren Katastrophe geschürt. Die Explosion eines Munitionslagers hatte dort am Sonntag rund 150 Menschen getötet und zahlreiche Brandherde rund um den Unglücksort entzündet. Das Feuer könnte möglicherweise ein weiteres Munitionsdepot erfassen, befürchteten die Behörden der Republik Kongo. Auch 24 Stunden nach der verheerenden Explosion waren viele kleinere Detonationen in der Hauptstadt zu hören. Ein Kurzschluss hatte den Behörden zufolge die Katastrophe ausgelöst.

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Präsident Denis Sassou Nguesso beklagte in einer Ansprache an die Bevölkerung den Tod von bisher 146 Menschen. Etwa 1500 Menschen seien verletzt worden. Diplomaten gingen sogar von mehr als 200 Toten aus. Es sei “eine außergewöhnliche Situation, eine Tragödie“ für das Land mit seinen 4,2 Millionen Einwohnern, sagte der Präsident. Er warnte davor, die chaotischen Verhältnisse für Plünderungen und andere Straftaten zu nutzen.

Rettungskräfte waren der nationalen Nachrichtenagentur zufolge auch am Montag noch auf der Suche nach Verschütteten, Verletzten und Toten in den Trümmern der zerstörten Häuser in den Stadtteilen Mpila und Talangai beschäftigt. Getötet wurden der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge auch sechs Chinesen. Sie gehörten einer Gruppe von 140 Bauarbeitern und Experten aus China an, erklärte die Botschaft Chinas in Brazzaville. Unter den vielen hundert Verletzten befinden sich demnach auch Dutzende von Chinesen.

Die überfüllten Krankenhäuser der Stadt riefen die Bevölkerung zu Blutspenden auf. Die Regierung des Landes bat um internationale Hilfe. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kondolierte in einem Schreiben an Präsident Sassou Nguesso den Familien der Opfer und bot Unterstützung an. Frankreichs Außenministerium kündigte die Entsendung von 2,5 Tonnen medizinischem Hilfsmaterial sowie einem 19-köpfigen Ärzte- und Pflegerteam nach Brazzaville an. Auch Großbritanniens Regierung drückte ihr Mitgefühl aus.

Nach panikartigen Reaktionen auf die enormen Detonationen und Zerstörungen hatte Verteidigungsminister Charles Zacharie Boao am Sonntag die Bevölkerung der Hauptstadt zur Ruhe aufgeordert. Überall in Brazzaville waren Armeeposten errichtet worden.

Große Mengen an Munition waren dem Regierungssprecher zufolge in den östlichen Stadtteil Mpila gebracht worden, um dort vernichtet zu werden. Selbst im nahen Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, seien die Detonationen zu hören gewesen. Brazzaville und Kinshasa liegen sich am Fluss Kongo gegenüber. Wegen der Explosionen sei auch in manchen Teilen Kinshasas Panik ausgebrochen.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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