70 Prozent der Bürger übergewichtig

Kalorien-Steuer für Mexiko

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Für übergewichtige Mexikaner soll es künftig unbequem werden.

Mexiko-Stadt - Rund 70 Prozent aller Mexikaner sind übergewichtig. Präsident Enrique Peña Nieto sagt der Fettleibigkeit den Kampf an: Künftig soll es eine Süßigkeiten-Steuer geben.

 

Mit einer Strafsteuer auf Fast Food will Mexiko der grassierenden Fettsucht im Land begegnen. Auf Lebensmittel mit mehr als 275 Kalorien je 100 Gramm wird ab Anfang kommenden Jahres eine Steuer von acht Prozent erhoben. Der Kongress verabschiedete am Donnerstag (Ortszeit) eine entsprechende Steuerreform.

Mexiko leide an einer „echten Übergewichtsepidemie“, sagte Präsident Enrique Peña Nieto wenige Stunden vor der Abstimmung. Er kündigte eine Reihe von Gegenmaßnahmen wie Erziehungsinitiativen, neue Etikettierungsvorschriften und Sportprogramme an.

Schlechte Ernährung und mangelnde Bewegung haben dazu geführt, dass es mittlerweile in Mexiko prozentual mehr Übergewichtige gibt als in den USA. 70 Prozent der Erwachsenen sowie 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als zu schwer. Fast jeder zehnte erwachsene Mexikaner leidet an Diabetes.

So dick macht der Urlaub

So dick macht der Urlaub
Pizza, Pasta und andere landestypische Kalorienbomben: Wie dick macht Urlaub eigentlich? Eine länderspezifische ­Betrachtung. © dpa
So dick macht der Urlaub
Griechenland: Tsatsiki, Schafskäse, Oliven – alles fettig, alles schwer. Bis zu 1000 Kalorien kann eine Portion vom Auberginen-Auflauf Moussaka haben. © dpa
So dick macht der Urlaub
Schweiz: Berge und frische Luft machen hungrig, doch vorsicht, ein „Fondue“ hat cirka 800 Kalorien.   © dpa
So dick macht der Urlaub
Frankreich: Mit 460 Kalorien pro 100 Gramm ist die Foie Gras eine wahre Kalorienbombe: Die umstrittene Stopfleber wurde unlängst sogar zum französischem Kulturerbe erklärt. © dpa
So dick macht der Urlaub
Irland: So gewöhnungsbedürftig wie das irische Wetter ist der Irish Stew. Der Eintopf mit nur 360 Kalorien pro Portion ist gut für die Linie. © dpa
So dick macht der Urlaub
Spanien: Paella ist die spanische Antwort auf Eintopf. Mit durchschnittlich 480 Kalorien pro Portion gehört sie beileibe nicht zu den größten Urlaubs-Dickmachern. © dpa
So dick macht der Urlaub
Italien: Belag und Käse hauen rein in der Brennwert-Bilanz, mit 800 Kalorien mindestens. © dpa
So dick macht der Urlaub
Österreich: Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln schlagen mit 840 Kalorien zu Buche, © dpa
So dick macht der Urlaub
Japan: Sushi hat nur 130 Kalorien pro 100 Gramm. © dpa
So dick macht der Urlaub
Thailand: Kaum Fett, viel Fisch und jede Menge gesunde, weil verdauungsfördernde Gewürze. Eine scharf-saure Tom-Yam-Suppe mit Garnelen hat gerade einmal 170 Kalorien, ein Thai-Curry mit Huhn 250. © dpa
So dick macht der Urlaub
Australien: Im Land von Crocodile Dundee ist der Alligator inzwischen sogar auf dem Teller gelandet: Viele Proteine, aber gerade einmal 130 fettarme Kalorien pro 100 Gramm © dpa
So dick macht der Urlaub
Karibik: Ananas pur mit 60 Kalorien pro 100 Gramm © dpa
So dick macht der Urlaub
Spanien: Der alkoholisierte Traubensaft nämlich schlägt mit 65 Kalorien pro 0,1 Liter zu Buche. © dpa
So dick macht der Urlaub
Österreich: Die berühmte Torte aus dem Hause Sacher mit 600 Kalorien (plus Sahne: 750 Kalorien) © dpa
So dick macht der Urlaub
Eine Kugel Wassereis (100 Gramm) – und man ist schon mit 85 Kalorien dabei. Fruchtsorbet (Saft und Zucker) schlägt mit zirka 90 Kalorien zu Buche, Fruchteis (20 Prozent Fruchtgehalt) mit 130. © dpa
So dick macht der Urlaub
Die wahren Dickmacher aber sind Milcheis (150 Kalorien) und Rahmeis (250 Kalorien). © dpa
So dick macht der Urlaub
Teufel im Glas: Ein Caipirinha mit 350 Kalorien pro Glas kann leicht mal eine Hauptmahlzeit ersetzen. © dpa

In Mexiko war bereits im Vorfeld der Abstimmung eine heftige Debatte um die Besteuerung von Softdrinks entbrannt. Die Erfrischungsgetränke-Hersteller argumentieren, Übergewicht sei ein vielschichtiges Problem und werde nicht allein von ihren Produkten verursacht. Verbraucherschutzverbände und Gesundheitsorganisationen dagegen weisen auf den Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken, Übergewicht und Diabetes hin.

Mit einem wöchentlichen Pro-Kopf-Verbrauch von rund drei Litern im Jahresdurchschnitt liegen die Mexikaner beim Konsum von Softdrinks im weltweiten Ranking weit vorne, wie aus jüngsten Erhebungen der US-Universität Yale und von Industrieverbänden hervorgeht.

In Mexiko-Stadt trinkt kaum jemand Leitungswasser. Trinkwasser wird abgefüllt verkauft und viele Menschen bevorzugen gezuckerte Getränke. Der Verband für gesunde Ernährung fordert deshalb, die zusätzlichen Steuergelder in Trinkbrunnen in Schulen und öffentlichen Einrichtungen zu investieren.

dpa

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