Zukunft

Krankenwagen fährt nur mit Strom: Ein zweiter Akku macht den Einsatz möglich

Ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt produziert Krankenwagen, die nur mit Strom fahren. Der Umbau von einem normalen Sprinter zum Krankenwagen erfolgt in Handarbeit.
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Ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt produziert Krankenwagen, die nur mit Strom fahren. Der Umbau von einem normalen Sprinter zum Krankenwagen erfolgt in Handarbeit.

Gut für die Umwelt sowie für Patientinnen und Patienten: Ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt produziert Krankenwagen, die nur mit Strom fahren.

Kassel/Schönebeck - Nach den Herstellern von Autos, Bussen und Motorrädern, wollen nun auch Krankenwagen-Produzenten ein wichtiges Zeichen setzen und auf E-Mobilität umsteigen. Wegweisend dafür ist ein gemeinsames Pilotprojekt einer Abteilung des Kfz-Riesen Mercedes sowie einer auf Krankentransport spezialisierten Firma aus Sachsen-Anhalt, das den ersten vollelektrischen Krankenwagen auf die Straße gebracht hat. Die Herausforderung: Das Fahrzeug benötigt genügend Leistung für die Fahrt und Versorgung.

Die Ambulanz Mobile GmbH mit Sitz in Schönebeck bei Magdeburg ist der größte Hersteller von Kranken- und Rettungswagen in ganz Europa. Das Unternehmen produziert Krankenwagen für mehrere Länder. Mehr als 300 Personen arbeiten an der Umrüstung der Transporter zu Kranken- oder Rettungswagen. Jedes Jahr entstehen so in einem kleinen Gewerbegebiet 1.500 Fahrzeuge in reiner Handarbeit.

E-Sprinter zu Krankenwagen umgebaut: Für die Versorgung ist ein Zweitakku nötig

Nun wurde im vergangenen Winter erstmals ein elektrischer Transporter vom Typ Mercedes eSprinter zu einem Krankenwagen vom Typ Valeris-e umgebaut. „Wir sind sehr stolz, dass Mercedes-Benz Vans mit uns dieses Projekt gestartet hat“, sagt Hans-Jürgen Schwarz, Geschäftsführer Ambulanz Mobile. „Es ist eine Herausforderung einen ersten vollelektrischen Krankenwagen zu bauen und unser spezieller Anteil ist die Versorgung und die Versorgungseinrichtung hinten autark vom Basisfahrzeug zu gestalten“, ergänzt er.

Damit im Alltagsbetrieb genug Leistung für den Notfall zur Verfügung steht, habe man das normale Akkupaket des eSprinters erweitern müssen: „Sonst würde die elektrische Reichweite bei 30 oder 40 Kilometern liegen, wenn wir alle medizinischen Verbraucher angeschlossen und im Betrieb hätten“, erklärt Vertriebsleiter Frank Lundershausen. 

Krankenwagen setzt auf E-Mobilität: In 40 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen

Deshalb bekommen die speziellen Ausstattungsgegenstände in dem Krankenwagen eine eigene Stromversorgung. Zudem bekommt das Energiepaket des Aufbaus zwei getrennte Steuergeräte. In der Einsatzgarage steht der elektrische Notfall-Sprinter mit dem gleichen Stromanschluss wie jeder Verbrenner an der linken Seite neben der Fahrertür. Auch bei normalen Verbrennern muss das Akkupaket für die spezifische Krankenwagenausstattung aufgeladen werden.

Dagegen wird der 55-kWh-Akku des elektrischen Sprinters, der den Motor antreibt, über einen Stecker geladen. Dieser befindet sich hinter dem Mercedes-Stern im Kühlergrill. Das Akkupaket lässt sich in etwa 40 Minuten an einer DC-Schnellladestation von 10 auf 80 Prozent aufladen.

E-Fahrzeuge sind im Trend: Das „E-Mobility-Ranking“ zeigt, wie hoch die Zahl der Neuzulassungen der Elektroautos in Deutschland* im Jahr 2020 war. (ebb) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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