Diese Posse schlägt hohe Wellen

Irre Badeordnung: Kraulverbot im Hallenbad

Gelnhausen - Spötter sprechen bereits vom ersten Brust-Schwimmbad der Welt. In einem hessischen Hallenbad herrscht eine skurrile Badeordnung, die Schwimmern unter anderem das Kraulen verbietet.

 „Das entbehrt nicht einer gewissen Komik“, räumte Bürgermeister Thorsten Stolz (SPD) ein. Weil es viel Ärger und massig Beschwerden gegeben habe, solle die neue Badeordnung wieder auf den Prüfstand gestellt werden.

Die Badeordnung besagt: In dem 25-Meter-Becken darf nicht jeder schwimmen wie er will, alles ist genauestens festgelegt: „Das Schwimmen in der Stilart Kraul-, Delfin- und Rückenkraulschwimmen während des öffentlichen Badebetriebs ist nur bei freigegebenen Bahnen erlaubt.“ Spötter sprachen bereits vom einzigen Brust-Schwimmbad der Welt.

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Hintergrund der straffen Reglementierung: Es gehe darum, die normalen Schwimmer vor den Leistungssportlern zu schützen, sagte Betriebsleiter Volkmar Beer bereits dem „Gelnhäuser Tageblatt“.

Bürgermeister Stolz aber glaubt, dass die strengen Vorschriften die möglichen Konflikte zwischen den Schwimmern nicht lösen: „Da werden eher Badegäste vergrault. Die Ansprache des Personals wird von vielen Badegästen auch als rau und ruppig empfunden“, erfuhr der Rathaus-Chef aus Rückmeldungen. Stolz wundert sich auch: „Im Freibad hatten wir solch einen Zirkus noch nicht. Auch wenn man sich mal in die Quere kommen kann - die Leute wollen nicht solche Vorschriften.“

Im November wollen die Mitglieder des Zweckverbandes Hallenbad Mittleres Kinzigtal - die Kreisstadt Gelnhausen und die Gemeinden Linsengericht und Gründau - über das Kraulverbot sprechen, so Stolz.

dpa

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