"Es tut mir so leid, dass ich dich nicht aufwachsen sehen werde!"

An krebskranke Tochter: Todkranker Vater schreibt Abschiedsbrief

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Familie mit tragischem Schicksal: (von links) Joely Attwater (26) kämpft nicht nur gemeinsam mit ihrer Tochter Kelli (5) gegen deren Krebserkrankung, sie steht auch ihrem Mann Tom (31) bei, der einen Gehirntumor hat.

Sutton. Es ist ein schweres Schicksal, das eine junge Familie in England getroffen hat: Die fünfjährige Tochter kämpft mit dem Krebs, der Vater leidet an einen Hirntumor. Weil er weiß, dass er bald sterben wird, hat er der kleinen einen herzzerreißenden Abschiedsbrief geschrieben.

Der Brite Tom Attwater hat oft davon geträumt, wie der Hochzeitstag seiner kleinen Adoptivtochter werden würde. Mit Tränen in den Augen wollte er sie zum Altar führen. Doch der 31-Jährige wird diesen Tag niemals erleben. Seine Tochter, die fünfjährige Kelli, hat schon zweimal eine weit verbreitete Form von Kinderkrebs besiegt. Ein Rückfall ist wahrscheinlich. Doch es gibt einen anderen Grund für seine Gewissheit: 2012 wurde bei dem jungen Vater ein Hirntumor festgestellt. Er weiß, dass er bald sterben wird. Die Ärzte geben ihm noch drei Jahre.

Weil er seiner kleinen Tochter dann nicht mehr zur Seite stehen kann, insbesondere im Kampf gegen die Krankheit, aber auch in den schwierigen Situationen des Lebens generell, hat er ihr einen Brief geschrieben. Er will seiner „kleinen Prinzessin“, wie er sie liebevoll nennt, noch einiges mit auf den Weg geben. Sein Brief, den die Tageszeitung „Mirror“ auf ihrer Internetseite veröffentlichte, verbreitete sich schnell über soziale Netzwerke und rührte die Menschen weltweit.

„Es tut mir so leid, dass ich dich nicht aufwachsen sehen werde“, beginnt der Vater. „Vieles im Leben hat einfach mit Glück zu tun – meines ist leider bald vorbei.“ Es folgen die Ratschläge, die der junge Vater seiner Tochter nicht mehr geben kann, wenn er tot ist. Ratschläge wie: „Schule ist wichtig, aber hab auch Spaß.“

Bei manchen Zeilen muss man fast ein wenig schmunzeln. Etwa, wenn Attwater über die Liebe schreibt: „Du wirst einen Freund haben, wenn du älter bist – viel älter hoffentlich – und ich werde nicht da sein, um ihn in die Mangel zu nehmen.“

Er malt sich aus, wie es für seine kleine Tochter sein wird, wenn er gegangen ist: „Ich werde dich nicht bitten, nicht traurig zu sein, wenn ich weg bin“, schreibt er. „Das wirst du sein, Prinzessin. Und ich wünschte, ich könnte da sein, dich in meinen Armen halten und knuddeln, bis du wieder lachst.“ Auch für seine Frau wird er nicht da sein können. Deshalb bittet er seine Tochter: „Umarme Mama, wenn sie traurig ist und helft euch gegenseitig durch die schlimme Zeit, wenn ich gegangen bin.“

Tom Attwarer mit seiner kleinen Tochter Kelli

Der letzte Wunsch von Tom Attwater ist, dass seiner krebskranken Tochter geholfen wird. Er sammelt, um der Fünfjährigen eine Therapie in den USA zu ermöglichen. 600 000 Euro braucht er dafür. Bislang kamen erst 250 000 Euro zusammen.

Doch Attwater wird weitermachen. Bis es nicht mehr geht. Er liebt seine Tochter über alles, das sagt er auch in seinem Brief: „Danke, dass du du bist, Kelli. Dich als meine Tochter zu haben ist die größte Ehre. Danke, dass du mir mehr über Liebe und Glück beigebracht hast, als es irgendeine andere Person hätte tun können.“

Von Moritz Schäfer

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