Kriegsschiffe retten gestrandete Touristen

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Ein Flugzeugträger der thailändischen Marine brachte hunderte Touristen aufs Festland.

Bangkok - Tagelang waren hunderte Touristen nach den Unwettern in Thailand auf einer Insel von der Außenwelt abgeschnitten. Kriegsschiffe haben sie nun zurück aufs Festland gebracht.

Wie zwei begossene Pudel sitzen die beiden englischen Studentinnen auf Koh Samui im Songthaeo, dem typisch thailändischen Sammeltaxi. Sie sind bis auf die Haut durchnässt, ihre Rucksäcke auch. “Wir haben den ganzen Flug lang von Sonne geträumt, nun stehen wir seit drei Tagen im Regen.“

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Das war am vergangenen Wochenende. Aber es sollte noch schlimmer kommen: Für die Jahreszeit völlig ungewöhnliche Unwetter haben seitdem tausende Touristen blockiert. Am Donnerstag lief derFlug- und Schiffsverkehr zwar wieder. “Die Lage hat sich normalisiert“, versicherte Koh Samuis Tourismuschefin Saiphayom Somsuk. Doch hingen am Himmel tiefe dunkle Wolken. “Es sieht weiter nach Regen aus“, räumte sie ein.

Statt unter Palmen am Strand zu liegen, saßen die Urlauber auf der Kokosnuss-Insel tagelang bei Dauerregen und Stürmen in Hotels fest - oft stundenlang ohne Strom. Zur weiter abgelegenen Insel Tao musste schließlich ein Kriegsschiff ausrücken, um die Gestrandeten zu retten. Sie kamen am Donnerstag mit einem Flugzeugträger auf einem Marine-Stützpunkt 120 Kilometer südlich von Bangkok an.

Bequem war das nicht, aber bestimmt besser, als im Chaos auf Koh Samuis Flughafen festzusitzen. Dort kampierten seit Montagabend Tausende Touristen in der Hoffnung, die ersten auf dem nächsten Flieger zu sein. “Dort war die Hölle los“, berichtete der Australier Ben Garden der Zeitung “Sydney Morning Herald“.

Es sei kaum Platz für die Menschen gewesen, die alle die Schalter belagerten und zum Teil ausrasteten. “Vielen sind die Nerven durchgegangen, und die Sicherheitsleute brüllten nur noch über Megafon Anweisungen.“ Am Mittwochnachmittag ging der erste Flieger wieder. Mit 19 Maschinen brachte Bangkok Airways rund 2000 Leute von der Insel.

“Ich bin vor fünf Jahren hierher ausgewandert - so einen Dauerregen haben wir noch nie erlebt“, sagt Gerhard Matzke (80) auf Koh Samui und watet durch tiefe Pfützen. “Global Warming“ - Klimawandel sagt die Frau an der Hotelrezeption und zuckt mit den Schultern. “Ich bin fast 50 und hier geboren - das hat es in meinem ganzen Leben noch nicht gegeben“, meint die Tourismus-Chefin.

“Die Unwetter kommen daher, dass eine Kaltfront aus China mit den vom Wetterphänomen La Nina erzeugten warmen Winden vom Pazifik zusammengestoßen“, erläutert Smith Dharmasaroja von der thailändischen Stiftung für Katastrophenwarnungen. Normal sei das trotzdem nicht. Das alle paar Jahre beobachtete Phänomen La Nina reiche sonst nicht so weit in den März hinein. “Das hat es seit mindestens 30 Jahren nicht gegeben“, sagt Smith.

dpa

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