Kriminalbeamte fordern Verbot von Rockergruppen

Düsseldorf - Nach den schweren Auseinandersetzungen zwischen Bandidos und Hells Angels am Wochenende fordert der Bund Deutscher Kriminalbeamter ein Verbot der Rockergruppen.

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“Bei den Vorfällen in Duisburg, Solingen und Essen handelt es sich eindeutig um Auseinandersetzungen innerhalb von Gruppen der Organisierten Kriminalität, die mit höchster Gewaltbereitschaft vorgehen“, sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende Wilfried Albishausen der “Rheinischen Post“. Hier müsse der Staat Farbe bekennen.

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Hells Angels
Wer sie nicht kennt: Die Hells Angels sind ein Rocker- und Motorradclub, dessen Mitglieder öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. © dpa
Hells Angels
Die Werte der „Höllenengel“ lauten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit. © dpa
Hells Angels
Gegründet wurde der Club 1948 in Kalifornien. © dpa
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß. © dpa
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag. © dpa
Hells Angels
Vor einem Treffen werden zwei Hells Angels von der Polizei durchsucht. © dpa
Hells Angels
Ein Rocker macht mit seinem Motorrad den „Burn out“. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
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Ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Europatreffen der Hells Angels mit Kaffeefahrt: Die Mitglieder sitzen in einem Boot, einem so genannten "Auswanderer", um zu der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überzusetzen. Dort gibt es erst Kaffee und Kuchen. Anschließend beginnt eine Party. © dpa
Hells Angels
Rund 1500 Mitglieder waren mit ihrem Motorrädern zum Europatreffen gekommen. Dafür ist extra ein Gelände in einem Industriegebiet angemietet worden. © dpa
Hells Angels
Hells Angels © dpa
Hells Angels
Eine Kutte der Hells Angels und bei einer Razzia beschlagnahmte Waffen in der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums in Kassel. © dpa
Hells Angels
Nach einer Gerichtsverhandlung haben sich Mitglieder der früher verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels eine Schlägerei geliefert. Die Polizei hat einige von ihenn verhaftet. © dpa
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Nach der Schlägerei auf offener Straße wurde dieses Mitglied der Hells Angels verhaftet. © dpa
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Hells Angels auf ihren schweren Maschinen. © dpa
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Ein festgenommener Rocker. © dpa
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Die „Kutte“ der Hells Angels. © dpa

Am Wochenende war es im Ruhrgebiet zu einer Eskalation der Gewalt zwischen den beiden seit langem verfeindeten Rockergruppen gekommen. Etwa 50 bis 60 Mitglieder der Hells Angels und der Bandidos lieferten sich in der Nacht zum Sonntag im Duisburger Rotlichtviertel eine Massenschlägerei. Wenige Stunden später wurde in das Clubheim der Hells Angels in Solingen eine Handgranate geworfen, die aber nicht detonierte. Ob die Bandidos dahintersteckten, war unklar. In Essen schossen Unbekannte auf ein Bandidos-Clubheim.

Polizei vermutet Kampf um Marktanteile

Die Polizei beobachtet die Rockergruppen bereits seit einiger Zeit sehr intensiv. Der Leiter der Abteilung Organisierte Kriminalität im Landeskriminalamt Düsseldorf, Thomas Jungbluth, sagte im “WDR 5 Morgenecho“, in den vergangenen Jahren seien die Rockergruppen immer wieder bei Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Körperverletzungsdelikten und Rauschgifthandel aufgetaucht. Bei Durchsuchungen seien auch scharfe Waffen gefunden worden. Jungbluth betonte, die Art der Brutalität spreche dafür, dass es um mehr gehe als lediglich um mit Fäusten und Schlagstöcken ausgetragene Auseinandersetzungen. “Wir vermuten schon, dass es da um Gebietsansprüche und um Marktanteile geht“, sagte er.

Laut “Rheinischer Post“ will die Polizei wegen des Rockerkrieges nun eine landesweite Sonderkommission “Rockerkriminalität“ einrichten. Sitz der Kommission soll das Polizeipräsidium Münster sein, wo auch die Ermittlungen zu einem Mord an einem Hells Angel geführt wurden. Dafür waren vor einem Jahr zwei Bandidos zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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