Breivik: Welche Hetzereien sagt er heute aus?

Oslo - Der norwegische Massenmörder Anders Breivik wird am Mittwoch weiter zu seinen Motiven befragt. Das Gericht in Oslo erhofft sich von der Aussage wichtige Erkenntnisse zu dessen Zurechnungsfähigkeit.

Im Fokus der Staatsanwaltschaft steht dabei die Zeit ab 2001, als Breivik mit militanten Nationalisten in Kontakt kam, seinen Hass auf alles Multikulturelle und seine politische Ideologie entwickelte. Der 33-Jährige ist wegen der Anschläge vom Sommer vergangenen Jahres mit 77 Toten des Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. Bisher verlor sich der Rassist und Islamhasser immer wieder in Hetzereien gegen Muslime.

Breivik, der die Taten zugibt, sich aber für nicht schuldig im Sinne der Anklage erklärt hat, darf noch bis einschließlich kommenden Montag sein Weltbild erklären. Seine Aussagen werden als wichtige Beweise zur Beurteilung seiner Zurechnungsfähigkeit gewertet. Für seine Taten könnte er 21 Jahre lang ins Gefängnis kommen. Falls ihn das Gericht für geisteskrank erklärt, würde er in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Breivik-Prozess: Hier ist der Mörder zu Tränen gerührt

Zum ersten Mal seit Beginn des Prozesses zeigt Andres Breivik Gefühle. © dpa
Der Grund: Das Gericht zeigt ein Video, dass der Attentäter im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Dem 33-Jährigen traten Tränen in die Augen, als er das Machwerk wieder sah, das er vor den Anschlägen von Oslo und Utøya mit 77 Toten im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Am Montag hat in Norwegen die Verhandlung gegen Anders Behring Breivik begonnen. Die Richter müssen vor allem entscheiden, ob Breivik zurechnungsfähig ist. © dpa
Das wird für den weiteren Prozess entscheidend sein. © dpa
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Breivik
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Die Richterin Wenche Arntzen eröffnete die Verhandlung. © dpa
Anders Behring Breivik machte deutlich, dass er das Gericht nicht anerkennt © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Die Staatsanwältin Inga Bejer Engh trägt die Anklageschrift vor © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik Prozess Bilder
Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. © dapd
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Vor dem Gericht wurde zum Gedenken der Opfer eine Rose festgebunden. © dpa
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Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
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Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. Vor dem Amtsgericht Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm.Oslo ist er wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
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Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
Das öffentliche Interesse am Prozess ist groß: Journalisten im Presseraum des Gerichtsgebäudes. © dpa
Von dort verfolgen Reporter aus der ganzen Welt den Prozess auf großen Leinwänden. © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Odd Ivar Groen, Tord Jordet, Vibeke Hein Baera und Geir Lippestad © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Geir Lippestad, Vibeke Hein Baera, Odd Ivar Groen und Tord Jordet © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa

Zu Beginn der Befragung am Dienstag hatte sich Breivik mit der „spektakulärsten Operation eines militanten Nationalisten in Europa in diesem Jahrhundert“ gebrüstet und mit seinen Attentaten geprahlt, bei denen im vergangenen Sommer 77 Menschen in Oslo und einem Jugendcamp auf der Insel Utøya umkamen. Mehrfach unterbrach ihn die Richterin Wenche Elizabeth Arntzen und forderte ihn auf, sich zu mäßigen.

Angehörige der Opfer wandten sich während seines Vortrags per SMS an ihre Anwälte im Gerichtssaal. Breivik dürfe keine so große Bühne erhalten, sein Vortrag müsse gekürzt werden, forderten sie. Anders als am ersten Prozesstag waren am Dienstag keine Kameras im Gerichtssaal zugelassen.

Der Attentäter las mit ruhiger Stimme eine auf 13 Seiten vorbereitete Rede vor - eine Mischung aus Selbstrechtfertigung und wirren politischen Statements. Trotz Aufforderung seitens des Gerichts kürzte er sie nicht ab. Anschließen wurde er von der Staatsanwaltschaft befragt.

Breivik-Prozess: Heute spricht der Attentäter

Am Dienstag hat der zweite Prozesstag gegen Anders Behring Breivik begonnen. Hier wird sein Verteidiger Geir Lippestad von Medien umlagert. © dpa
Die Staatsanwälte Sven Holden und Ingar Bejer Engh bereiten sich auf den zweiten Prozesstag vor. © dapd
Verteidiger Geir Lippestad (rechts) spricht mit den Staatsanwälten Sven Holden (oben links) und Inga Bejer Engh © dapd
Breivik auf dem Weg in den Gerichtssaal. Heute darf er dort über seine Motive sprechen. © dapd
Ein Polizist nimmt dem Attentäter die Handschellen ab. © dapd
Wieder zeigte der Attentäter seinen selbst entwickelten Tempelritter-Gruß. © dapd
Der Prozess musste unterbrochen werden, weil ein Befangenheitsantrag gegen einen Schöffen vorlag. © dapd
Der Laienrichter soll auf Facebook die Todesstrafe für Breivik gefordert haben. © dapd
Der Schöffe wurde ausgewechselt. © dapd
Breivik will am zweiten Prozesstag ein Dokument zu seinen Motiven verlesen. © dapd
Breivik sagte, er habe seine Formulierungen aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen angepasst. © dapd
Die Live-Übertragung der Aussage wurde untersagt. © dapd
Das Gericht erlaubte Breivik zu Beginn, von einem vorbereiteten Manuskript abzulesen. © dpa
Richterin Wenche Elizabeth Arntzen ermahnte ihn, sich an den Zeitrahmen zu halten. © 
Die Richterin musste den Angeklagten mehrmals auffordern, seine Aussagen zu mäßigen. © 
Anders Breivik auf dem Weg zum Zeugenstand © dpa
Anders Breivik tritt in den Zeugenstand © dpa
Anders Breivik tritt in den Zeugenstand © dpa
Hier las der Massenmörder seine vorbereitete Stellungsnahme vor. © dpa
Opferanwältin Mette Yvonne Larsen (links) bespricht sich mit Staatsanwältin Inga Bejer Engh © dpa
Breivik mit Verteidigerin Vibeke Hein Baera © dapd
Zwei Sicherheitsbeamte patroullieren mit einem Bomben-Spürhund vor dem Gerichtsgebäude © dpa

„Ja, ich würde das wieder machen“, sagte der Rechtsradikale. Seine Taten seien grausam gewesen und hätten viel Leid verursacht. Was jedoch wie Bedauern klingen könnte, hat in Breiviks wirrem Weltbild keinen Platz: „Das war Güte und nicht Bosheit, auch wenn die Methoden brutal waren.“ Die von ihm getöteten Mitglieder des sozialdemokratischen Jugendcamps auf Utøya seien keine unschuldigen Kinder gewesen, „sondern politische Aktivisten, die für den Multikulturismus arbeiteten“. Er habe gehandelt, um sein Land vor einem Bürgerkrieg zu bewahren, sagte der Attentäter und verlangte einen Freispruch.

Kriminalexperte: Breivik-Prozess unseriös

Der Direktor des Kriminologischen Instituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer, hält das Verfahren gegen den norwegischen Attentäter für unseriös. Eine Live-Übertragung in den Medien lehnt der Krminalexperte ab. “Ein solcher Prozess hätte niemals im Fernsehen oder Internet übertragen werden dürfen“, sagt Pfeiffer der “Schwäbischen Zeitung“ (Mittwochausgabe).

Dem Täter, der im Juli 2011 im Osloer Regierungsviertel mit einer Autobombe acht Menschen getötet und im Anschluss auf der Insel Utøya 69 Teilnehmer eines Feriencamps umgebracht hatte, werde eine politische Agitationsbühne geboten. “Hier gibt man Schwerverbrechern die Möglichkeit, sich zu Helden zu stilisieren und unsterblich zu werden.“ Breivik wollte durch seine Morde vor allem Aufmerksamkeit erzielen. Durch die TV-Übertragung habe er dieses Ziel erreicht.

dpa/dapd

 

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