"Das macht es jetzt nicht einfacher"

Fall Anneli: Kritik an Öffentlichkeitsfahndung

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Anneli-Marie (17) wird seit Donnerstag vermisst, inzwischen gebe es eine Lösegeld-Forderung.

Berlin - Die Beteiligung der Öffentlichkeit erschwert nach Einschätzung eines Kriminalisten die Suche nach der mutmaßlich entführten 17-Jährigen aus Sachsen.

"Das macht es jetzt nicht einfacher, ganz im Gegenteil", sagte der Vize-Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), Ulf Küch, der Deutschen Presse-Agentur.

Das Mädchen war am Donnerstag in der Ortschaft Luga bei Meißen verschwunden. Nach Polizei-Angaben gibt es eine Lösegeld-Forderung. Die Eltern des Mädchens wandten sich am Sonntag in einem offenen Brief an die mutmaßlichen Täter.

"Die Ermittlungen sind ein hochkomplexes und sehr brisantes Thema, das höchste kriminalistische Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt", sagte Küch. Nachdem die Eltern und die Polizei mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen sind, könnten die Ermittler nun nicht mehr im Stillen agieren. "Ich beneide die Kollegen in Sachsen nicht."

Küch, der Kripo-Chef in Braunschweig ist, sagte, das vorrangige Ziel der Polizei sei jetzt, das entführte Mädchen zu finden. "Der Opferschutz steht ganz groß im Vordergrund, und die Polizei muss jeden Schritt abwägen, den sie macht. Es geht nur darum, das Leben der jungen Frau zu retten. Die Strafverfolgung steht da im Augenblick ganz, ganz hinten an."

dpa

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