Mädchen-Kult in Nepal

"Lebender Göttin" steht Rente zu

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Die "Lebende Göttin" Samita ist 10 Jahre alt. Mit Beginn der Pubertät wird sie ihren Status verlieren.

Kathmandu - In Nepal werden einige Mädchen bis zu ihrer Pubertät als Göttinnen verehrt. Danach haben sie es in der Berufswelt oft schwer. Deshalb steht den Kumaris nun eine "Rente" zu.

Um ihnen das normale Leben zu erleichtern, sollen ehemalige "lebende Göttinnen" in Nepal ab sofort eine Rente bekommen. Alle Frauen, die als Mädchen als Kumari-Gottheit ausgesucht wurden, sollten zehn Jahre lang monatlich zehntausend nepalesische Rupien (74 Euro) erhalten, erklärte ein Behördenvertreter am Dienstag in Kathmandu. "Auch wenn die meisten Kumaris aus gutbetuchten Familien kommen, versäumen sie eine wichtige Phase des Lebens und liegen in unserer zunehmend leistungsorientierten Gesellschaft oft zurück", sagte Laxman Aryal.

Die Mädchen werden in der Regel im frühesten Kindesalter zur "lebenden Göttin", mit der Pubertät aber verlieren sie diesen Status. Viele ehemalige Kumaris haben Schwierigkeiten, sich im normalen Leben zurechtzufinden.

Die jeweilige "lebende Göttin" führt ein abgeschiedenes Leben in einem Tempelpalast in Kathmandus Altstadt, nur zu ausgewählten religiösen Festen verlässt sie die Mauern. Sie wird nicht nur von den Gläubigen angebetet, sondern ist auch eine beliebte Touristenattraktion. Nachdem die Kumari jahrzehntelang keinerlei Bildung erhielten, urteilte 2008 das Oberste Gericht von Nepal, dass die "lebende Göttin" innerhalb der Palastmauern unterrichtet werden soll.

Um Kumari zu werden, muss ein Mädchen 32 sehr strenge Kriterien erfüllen. Dazu gehören eine "Brust wie ein Löwe", "Beine wie ein Reh" und das Bestehen diverser Prüfungen. Unter anderem muss die kleine Kandidatin sich allein in einem Raum mit toten Opferbüffeln aufhalten - und darf dabei nicht in Tränen ausbrechen.

afp

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