Raubkunst bleibt in Deutschland

Kunstmuseum Bern nimmt Gurlitt-Erbe an

+
Das Kunstmuseum in Bern.

Berlin -´Das Kunstmuseum Bern tritt das umstrittene Erbe des Münchner Kunstsammlers Cornelius Gurlitt an. Das bestätigte der Stiftungsratspräsident des Museums, Christoph Schäublin, am Montag in Berlin.

Das Kunstmuseum Bern hat das umstrittene Erbe des Kunsthändler-Sohns Cornelius Gurlitt angenommen. Mit der Annahme der Erbschaft unterzeichneten der Stiftungsratsvorsitzende des Museums, Christoph Schäublin, die Kulturbeauftragte der Bundesregierung, Monika Grütters (CDU) und Bayerns Justizminister Winfried Bausback am Montag in Berlin eine Vereinbarung zum Umgang mit dem Nachlass Gurlitts. Diese sieht vor, dass NS-Raubkunst oder unter Raubkunst-Verdacht stehende Werke aus der Sammlung in Deutschland bleiben. Ziel sei, dass bei allen Werken die Herkunft geklärt werde.

Der im Mai gestorbene Cornelius Gurlitt hatte seine Gemäldesammlung dem Kunstmuseum Bern vermacht. Die Bilder stammen aus dem Erbe seines Vaters, dem 1956 verstorbenen Kunstsammler und früheren Museumsdirektor Hildebrand Gurlitt, der während der NS-Zeit eine riesige Sammlung erworben hatte, zum Teil aus dem Besitz jüdischer Bürger.

Nazi-Raubkunst: Werke aus dem Gurlitt-Fund

Vier der insgesamt 25 Werke aus dem spektakulären Münchner Kunstfund, die seit 11.11.2013 online einsehbar in der Lostart-Datenbank aufgelistet sind. Juristen nehmen an, dass es sich bei den Bildern um Nazi-Raubkunst handelt. © dpa
Hans Christoph: "Paar", Aquarell, 1924. © dpa
Eugène Delacroix: "Conversation mauresque sur une terrasse", undatierte Bleistiftzeichnung. © dpa
Carl Spitzweg: "Das Klavierspiel", Zeichnung, um 1840. © dpa
Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. © dpa
Max Liebermann: "Reiter am Strand", Gemälde, 1901. © dpa
Christoph Voll: "Mönch", Aquarell, 1921. © dpa
Fritz Maskos: "Sinnende Frau", Druckgrafik, 1922. © dpa
Conrad Felixmüller: "Paar in Landschaft", Aquarell, 1924. © dpa
Wilhelm Lachnit: "Mann und Frau am Fenster", Aquarell, 1923. © dpa
Otto Griebel: "Die Verschleierte", Aquarell, 1926. © dpa
Antonio Canaletto: "Sa. Giustina in Prà della Vale" in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. © dpa
Ludwig Godenschweg: "Männliches Bildnis", undatierte Druckgrafik. © dpa
Otto Dix: "Dompteuse", Aquarell, 1922. © dpa
Auguste Rodin: "Etude de femme nue debout, les bras relevés, les mains croisées au-dessus de la tête", undatierte Zeichnung. © dpa
Bonaventura Genelli: "Männlicher Akt", undatierte Zeichnung. © dpa
Erich Fraaß: "Mutter und Kind", Aquarell, 1924. © dpa
Henri Matisse: "Sitzende Frau / In einem Sessel sitzende Frau", Gemälde, um 1924 © dpa
Wilhelm Lachnit: "Mädchen am Tisch", 1923. © dpa
Marc Chagall: "Allegorische Szene", Gemälde.  © dpa
Bernhard Kretschmar: "Straßenbahn", Aquarell. © dpa
Christoph Voll: "Sprengmeister Hantsch", Zeichnung, 1922. © dpa
Théodore Rousseau: "Vue de la vallée de la Seine", undatierte Zeichnung. © dpa
Ludwig Godenschweg: "Weiblicher Akt", undatierte Druckgrafik. © dpa
Die Bilder sind außerdem zu sehen unter www.lostart.de. © dpa

Sein Sohn hatte die Kunstwerke lange vor der Öffentlichkeit verborgen, erst im Februar 2012 entdeckten Ermittler in seiner Schwabinger Wohnung mehr als 1200 Gemälde, darunter Werke von Chagall und Matisse. Hunderte weitere Bilder befanden sich in seinem Salzburger Haus.

AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.