Kurioses Souvenir

Russen entwickeln Parfüm mit Duft eines Meteoriten

+
Parfüm aus Meteoritensplittern: So sieht der Duft aus.

Der Meteoritenregen über dem Südural Mitte Februar ist für geschäftstüchtige Unternehmer ein Segen. Jetzt kommt sogar ein Parfüm auf den Markt. Der Duft soll sogar einen echten Auszug aus Meteoritensplittern enthalten.

Es war ein Ereignis, das in der ganzen Welt wahrgenommen wurde: Am 15. Feburar ging über der Großstadt Tscheljabinsk im Ural ein Meteoritenregen herunter.

Findige Unternehmer machen sich das jetzt zunutze. So beschloss eine Kosmetikfirma aus der Stadt Miass westlich von Tscheljabinsk, den Meteoriten auf ihre Art zu verewigen. Zu diesem Zweck bringt die Firma jetzt zwei Sorten Herrenparfüm auf den Markt. „Chelyabinsk Meteorite Aroma“ und „Chebarkul Meteorite Aroma“ soll auf den Packungen stehen. Im Hintergrund ist der Globus mit einer Leuchtspur darüber abgebildet. Ein kleines Probefläschchen wird 180 Rubel kosten (4,50 Euro).

Der Tscheljabinsker Duft ist kräftiger. Er haut einen im ersten Moment fast um. Die nach dem Tschebarkul-See, in den der Meteorit fiel, benannte Version ist spürbar milder. Das „Star-Parfüm“ enthalte einen echten Auszug aus Meteoritensplittern, heißt es.

Schweiß, Schießpulver, Pferd und Meteorit

Der Cheftechnologe der Kosmetikfirma sagte in einem Interview der Lokalzeitung „Miasski Rabotschi“, „die besten Nasen der Firma“ hätten wochenlang die auf dem Eis gefundenen Fragmente des Meteoriten ausgewertet und sechs Düfte herausgearbeitet. Drei dieser Düfte hatten sie bisher nie gerochen und folglich nicht identifizieren konnten. Drei andere waren ihnen vertraut: Ozon (Frischegeruch), Metall und Stein.

Warum sie auf Herrenparfüm verfallen sind? Na, sie seien vom Spruch ausgegangen, wonach ein richtiger Mann nach Schweiß, Schießpulver und Pferd riechen müsse. Meteorit passe dazu.

Die Tscheljabinsker Version habe man herber gestaltet, um an den furchtbaren Knall und die herausfliegenden Fenster und Türen zu erinnern. Die Tschebarkul-Variante sei milder, weil sie Seealgenextrakt enthalte. In Tschebarkul habe es auch keine Schäden gegeben.

In der Werbeschrift des Unternehmens heißt es, kein junges Mädchen könne dem Tscheljabinsk-Duft widerstehen. Die Tschebarkul-Version sei eher für die Wirkung auf reifere Frauen ausgelegt. Na, man wird es schon sehen.

Meteorit macht Geschäfte möglich

Doch die Kosmetikfirma ist nicht die einzige, die den Meteoritenregen kommerziell nutzen will. Zeitungsberichten zufolge bieten geschäftstüchtige Unternehmer bereits einen Wecker an, der zur vorgegebenen Stunde Explosionsgeräusche produziert und auch sonst furchtbaren Krach macht.

Wenn man ihn ausgestellt hat, sagt eine Automatenstimme: „Danke, du hast Tscheljabinsk gerettet“. Komponisten haben gut ein Dutzend Meteoritenlieder gedichtet, von Fotokollagen ganz zu schweigen. Die gibt es auch als Klingelzeichen für Handys.

Das Bürgermeisteramt von Tschebarkul will einen Obelisken am Seeufer gegenüber der Einschlagstelle hinstellen. Eine öffentliche Ausschreibung für das beste Projekt läuft derzeit im Internet.

Die Industrie- und Handelskammer des südlichen Ural hat mit der Registrierung der mit dem Himmelskörper verbundenen Warenzeichen begonnen. Angemeldet wurden bisher „Tscheljabinsk Meteorit“, „Ural Meteorit“, „Tschebarkul Meteorit“ und „Geheimnisvoller Meteorit“. Die lokalen Behörden rechnen mit Bewerbungen aus der Nahrungsgüterindustrie, von Souvenirherstellern und Reisefirmen aus Tscheljabinsk, St. Petersburg und Moskau. (ce)

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.