Die kuriose Geschichte des Schaltjahres

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Bernadette Hirschfelder hat allen Grund zur Freude: Die Radiomoderatorin aus Leipzig hat heute Geburtstag – richtigen, echten Geburtstag. Sie gehört zu jenen Menschen, die den 29. Februar abgepasst haben, um auf die Welt zu kommen und so nicht jedes Jahr am richtigen Datum Geburtstag feiern können.

Das Jahr hat 365 Tage. So lange braucht die Erde, um einmal die Sonne zu umkreisen. Das gehört zum Allgemeinwissen.

Genau genommen braucht die Erde aber einen viertel Tag mehr: 365,24219 Tage um genau zu sein. Wegen dieser krummen Zahl gibt es den 29. Februar. Denn leider hält sich die Erde nicht an die Zeitrechnung, die wir Menschen unserem Alltag zugrunde legen – zumindest nicht ganz.

Die Zeit würde sich allmählich summieren

Also einfach einen Vierteltag an das Jahr dranhängen? Sicherlich nicht, schließlich bringt schon eine Zeitverschiebung um nur eine Stunde vor- oder rückwärts die innere Uhr des Menschen ins Taumeln. Davon abgesehen würde die Zeit, nicht wie bei der Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit, wieder rückgängig gemacht werden, sondern würde sich jedes Jahr fortsetzen, bis die Menschen dann nur noch nachts arbeiten und tagsüber schlafen würden. Sicherlich keine Alternative.

Der Schalttag

Vielmehr bedient man sich eines anderen Tricks: Rundet man die Zahl 365,24219 leicht auf 365,25 auf und multipliziert sie mit vier, kommt man auf 1461. Und aus diesem Grund gibt es das Schaltjahr. Denn nach vier Jahren kommt man ohne einen zusätzlichen Tag nur auf 1460 Tage. Mit dem dazu geschalteten 29. Februar ist die Zeitdifferenz wieder ausgeglichen – zumindest für die nächsten vier Jahre. Deswegen wird der zusätzliche Tag im Schaltjahr auch „Schalttag“ genannt.

Dabei ist die Geschichte des Schaltjahres älter als die des Christentums. Der Kalender, so wie wir ihn kennen, geht ungefähr auf das Jahr 45 vor Christus zurück: Damals gab es noch das Römische Reich mit seinem ersten römischen Kaiser – Julius Cäsar. 45 Jahre vor dem Jahr Null wurde der nach ihm benannte „Julianische Kalender“ eingeführt, der das Jahr zunächst in 365 Tage aufteilte. Bereits damals beobachteten die römischen Gelehrten den Himmel und stellten fest, dass das Jahr eben nicht ganz 365 Tage hatte, sondern eben etwas mehr. Auch ihnen fiel schon der Unterschied von knapp sechs Stunden auf. Daraufhin verfügte Julius Cäsar alle vier Jahre einen weiteren Tag vor dem Monat März hinzuzufügen.

Die Kalenderrechnung bleibt etwas ungenau

Doch die Rechnung, alle vier Jahre einen weiteren Tag einzuführen, ist eben auch nicht ganz genau. Schließlich ist der Vierteltag auch nur eine gerundete Zahl, denn es sind 365,24219 Tage, die die Erde braucht, um die Sonne zu umrunden.

Rund 1600 Jahre später wurde dieses Phänomen auch von den damaligen Astronomen erkannt, was zu einer weiteren Kalenderreform führte: Im Jahr 1582 erließ Papst Gregor der 13. den nach ihm benannten Gregorianischen Kalender. Dieser kommt auf eine Genauigkeit von 365,2425 Tagen pro Jahr indem ein paar Schaltjahre gestrichen werden. Wer nachrechnen möchte: Nach dem Gregorianischen Kalender sind nur diejenigen Jahre Schaltjahre, die zwar durch vier aber nicht durch 100 teilbar sind. Das Jahr 2000 war dennoch ein Schaltjahr, denn eine Ausnahme bilden Jahre, die durch 400 teilbar sind. Für die nächste Kalenderreform bliebe noch eine kleine Differenz übrig, die ausgeglichen werden müsste: 365,2425 ist eben auch nicht ganz 365,24219. (ybd)

Der 29. Februar_Kassel.pdf

Der 29. Februar_Fritzlar/Homberg.pdf

Der 29. Februar_Hofgeismar/Wolfhagen .pdf

Der 29. Februar_Melsungen.pdf

Der 29. Februar_Hann.Münden.pdf

Der 29. Februar_Northeim.pdf

Der 29. Februar_Rotenburg.pdf

Der 29. Februar_Schwalm.pdf

Der 29. Februar-Witzenhausen.pdf

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