Kurioser Pantoffel-Protest gegen Polizei

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Kurioser Pantoffel-Protest gegen Polizei

Jakarta - Ein jugendlicher Schuhdieb aus Indonesien hat ungewöhnliche Unterstützung aus der Bevölkerung erhalten. Hunderte Menschen spenden derzeit ihre Schuhe und Sandalen.

Um gegen das rabiate Vorgehen der Beamten zu protestieren, spendeten hunderte Menschen ihre alten Schuhe und Sandalen der Polizei. Der 15-Jährige hatte in der Provinz Sulawesi Tengah zwei Polizisten die Sandalen entwendet. Der Teenager wurde im Mai von Polizisten verprügelt, nachdem er sein Vergehen gestanden hatte. Nun steht er vor Gericht. Ihm drohen im schlimmsten Fall fünf Jahre Gefängnis.

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„Wir wollen die Sandalen der Polizei spenden und damit unsere Abscheu über die Behandlung des Jungen ausdrücken“, sagte der SOS Kinderdorf-Aktivist Budhi Kurniawan, einer der Organisatoren der Protestkampagne. Mehr als 1200 Sandalen, Flip-Flops und Pantoffel haben die Aktivisten bereits gesammelt. 25 Paar kamen auch aus Deutschland. „Deutsche Studenten habe geholfen, die Kampagne zu organisieren“, erzählte Kurniawan.

„Es ist eine Schande, was die Polizei getan hat“, sagte Maya Indira. Die Einwohnerin der Hauptstadt Jakarta hat ihre ausgelatschten Gummisandalen gespendet. „Die Polizei soll sich um große Fische wie etwa korrupte Beamte kümmern, und nicht Kinder verhaften die ein kleines Vergehen begangen haben.“ Die Polizei hingegen verteidigte ihr Vorgehen. Die Eltern des Jungen hatten verlangt, dass ihr Kind bestraft werde, so ein Polizeisprecher.

Der Fall brachte das indonesische Justizsystem in die öffentliche Kritik. In dem asiatischen Land können Kinder bereits im Alter von acht Jahren strafrechtlich verfolgt werden. Zwölfjährige können bereits ins Gefängnis gesteckt werden. Derzeit sind etwa 5000 Kinder und Jugendliche in Indonesiens inhaftiert. Es gibt allerdings kaum Jugendgefängnisse und die Kinder sind der Gefahr des körperlichen, sexuellen und seelischen Missbrauchs durch ältere Gefangene ausgesetzte, warnen Aktivisten. Ein neues Jugendstrafgesetz wird derzeit im indonesischen Parlament diskutiert.

dpa

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