Rat von Experten

Kuscheln und stillen auch bei Corona-Infektion

Laut Experten sollten Mütter und Säuglinge kontinuierlich zusammenzubleiben und Hautkontakt durchzuführen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa
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Laut Experten sollten Mütter und Säuglinge kontinuierlich zusammenzubleiben und Hautkontakt durchzuführen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Das Baby nach der Geburt endlich in die Arme schließen - das wünschen sich die meisten Eltern. Doch ist das auch möglich, wenn die Mama mit dem Corona-Virus infiziert ist? Experten geben grünes Licht.

Berlin/Chapel Hill (dpa) - Dürfen Mütter trotz Corona-Infektion mit ihren Neugeborenen kuscheln und sie stillen? Diese Frage dürfte bei steigenden Fallzahlen immer mehr Mütter und Ärzte beschäftigen.

Experten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe empfehlen Körperkontakt: "Mütter und Säuglinge sollten in die Lage versetzt werden, kontinuierlich zusammenzubleiben und Hautkontakt durchzuführen – Tag und Nacht, insbesondere unmittelbar nach der Geburt." Auch das Stillen wird empfohlen - unabhängig davon, ob bei Mutter oder Kind eine Infektion vermutet oder auch bestätigt wurde. 

Allerdings ist Vorsicht geboten: Eine Mutter mit bestätigter Infektion solle alle möglichen Vorkehrungen treffen, um eine Übertragung des Virus auf ihr Kind zu vermeiden, einschließlich Händewaschen vor dem Berühren des Kindes und Tragen einer Gesichtsmaske, rät die Gesellschaft.

Selbst wenn Babys noch nicht infiziert sind: Eine Trennung nach der Geburt im Krankenhaus kann eine Infektion aus Sicht der US-amerikanischen Expertin Alison Stuebe nur verzögern, aber kaum verhindern, wie sie in einem Fachartikel in der Zeitschrift "Breastfeeding Medicine" erläutert. Spätestens zuhause hätten die meisten Familien gar keine Möglichkeiten, die Neugeborenen zu separieren, schreibt die Wissenschaftlerin. 

Eine Trennung von Mutter und Kind habe zudem verschiedene Nachteile, so die Spezialistin für Gesundheit von Mutter und Kind an der Hochschule für öffentliche Gesundheit in Chapel Hill. "Isolation ist ein wichtiger Stressfaktor für Neugeborene", so Stuebe. Solche Babys hätten eine höhere Herz- und Atemfrequenz. Auch bei den Müttern könnten Stresssymptome auftreten. Eine weitere Gefahr sei, dass die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind gestört werde.

Stuebe betont, dass die Datenlage schwach und die Empfehlungen unterschiedlich seien. Während auch die Weltgesundheitsorganisation WHO zu Körperkontakt zwischen Mutter und Kind bei Coronainfektion rate, laute die Empfehlung der Amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC, Mutter und Kind so lange zu trennen, bis die Mutter nicht mehr ansteckend ist. 

Für Babys und jüngere Kinder ist Covid-19 nach derzeitigem Kenntnisstand kaum eine Gefahr: Nur in Einzelfällen entwickeln sie schwere Symptome, meist sind Kinder mit Vorerkrankungen betroffen. Todesfälle sind extrem selten.

Fachartikel

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