Flucht

La Palma: Ehepaar verliert bei Vulkanausbruch alles – und flüchtet auf winziges Boot

Der Vulkanausbruch auf La Palma macht Teile der kanarischen Insel unbewohnbar. Ein Ehepaar muss fliehen und wohnt nun auf einem kleinen Boot im Atlantik.

Santa Cruz de La Palma – Nach dem verheerenden Vulkanausbruch auf La Palma kommt die kanarische Insel nicht zur Ruhe. Hin und wieder erschüttern starke Erdbeben den beliebten Urlaubsort und glühende Lavaströme suchen sich ihren Weg durch die Zivilisation.

Viele Einwohner und Touristen wurden aufgrund der starken Vulkanaktivität und dessen Folgen in Sicherheit gebracht, ganze Orte evakuiert. Etwa 6000 Menschen mussten einem Bericht von tagesschau.de zufolge ihre Häuser verlassen. Auch in der Landwirtschaft und an der Infrastruktur gebe es immense Schäden. Ein Wetter-Experte hat vor der giftigen Aschewolke des Vulkans auf La Palma auch in Deutschland gewarnt. Wegen der großen Gefahr an Land ist ein älteres Ehepaar nun auf ein kleines Boot vor der Küste La Palmas umgezogen.

Margaretha Straates und ihr Mann Luis Rodriguez Diaz fliehen von der Insel La Palma und leben nun auf einem kleinen Boot.

Vulkanausbruch erschüttert La Palma - Älteres Ehepaar flüchtet auf Mini-Boot

Da wegen dem Vulkan der Flugverkehr für unbestimmte Zeit auf La Palma unterbrochen wird, sitzen viele Menschen nun auf der kanarischen Insel fest. Ein Ehepaar musste auf Anweisung der Guardia Civil ihr Haus in dem Ort Todoque in der Nähe des Vulkans so schnell wie möglich verlassen. Daher entschieden sie sich alles stehen und liegenzulassen und zunächst auf ein Mini-Boot umzusiedeln. Die 80-jährige Margaretha Straates und ihr zehn Jahre älterer Mann Luis Rodriguez Diaz wollen dort vorübergehend wohnen bleiben, bis sich die Lage auf La Palma beruhigt hat.

Wie Rodriguez Diaz der Nachrichtenagentur AFP berichtete, sei das Boot lediglich knapp sechseinhalb Meter lang, doch damit groß genug für ihn und seine Frau. Alles, was sie dort an Deck besäßen, sei ein Radio, ein Computer mit Internetanschluss und ein kleiner Kühlschrank. Doch es gibt noch einen weiteren Mitbewohner, der dort Schutz sucht: Eine kleine Katze, die sie auf der Flucht spontan aufgenommen haben.

Flucht von der Insel: Ehepaar aus La Palma lebt jetzt auf dem Wasser

Sie hätten nie gedacht, dass die Eruption des Vulkans so stark und zerstörerisch sein würde. Ihr Haus stehe zwar noch, doch das würde ihre Sorgen nicht lindern. „Wir sind in einer wirklich schlechten Verfassung“, erzählte Straates. Das Paar habe in der Vergangenheit bereits oft den Wohnsitz gewechselt.

Nach dem Vulkanausbruch auf der Insel La Palma flüchtet ein älteres Ehepaar auf ein Mini-Boot.

Sie lernten sich laut eigenen Aussagen in Amsterdam kennen, heirateten und lebten anschließend zusammen in der englischen Großstadt Gibraltar auf spanischem Festland. Danach wohnten sie eine Weile in London und Simbabwe, zogen aber im Jahr 1977, zwei Jahre nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco, nach Spanien.

Nach 60 Jahren Ehe und vielen gemeinsamen Erlebnissen, könne aber auch ein Vulkanausbruch und das zeitweilige Leben auf einem Mini-Boot das Ehepaar nicht aus der Fassung bringen. Am Hafen gebe es ausreichend Duschen, Waschmaschinen und Restaurants. Und obwohl sie jederzeit in ihre Heimat laufen könnten, kann bislang niemand genau sagen, wann sie zurückkehren können. So lange wird das kleine Boot Margarethas und Luis‘ zu Hause sein. (Alina Schröder)

Rubriklistenbild: © Jorge Guerrero/AFP

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