Flüchtlingsdrama vor Lampedusa

Bootsunglück: Überlebende in Malta

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Rettungskräfte ziehen Überlebende, die zwischen Malta und Lampedusa treiben, aus dem Wasser.

Lampedusa - Nach dem neuerlichen Bootsunglück im Mittelmeer sind 143 Überlebende in Malta eingetroffen. Auch die Leichen von vier Flüchtlingen - eine Frau, zwei Kinder und ein Säugling - wurden auf die Insel gebracht.

Dies berichtet ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Einige der Schiffbrüchigen, die zu schwach für die etwa zehnstündige Bootsfahrt waren, wurden mit dem Hubschrauber nach Lampedusa geflogen. Die italienische Marine konnte ihrerseits 56 Menschen retten. Diese waren am Samstag auf dem Weg nach Porto Empedocle auf Sizilien.

Einer maltesischen Armeequelle zufolge wurden 33 Tote aus dem Meer geborgen, diese Angaben wurden aber nicht offiziell bestätigt. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa meldete, bis Samstagmorgen seien 34 Leichen geborgen worden, die meisten Frauen und Kinder. Die italienische Küstenwache habe 22 von ihnen nach Lampedusa gebracht.

Das Boot war am Freitagabend mit rund 230 illegalen Einwanderern an Bord südlich von Malta und Lampedusa gekentert. Nach Angaben der maltesischen Marine ging es in stürmischer See unter, als sich die Flüchtlinge auf einer Seite des Bootes versammelten, um ein Militärflugzeug auf sich aufmerksam zu machen. Per Satellitentelefon konnten sie einen Notruf absetzen. Die nächtlichen Rettungsarbeiten wurden jedoch durch starke Winde erschwert, wie ein Marinesprecher erklärte.

Erst am Donnerstag vergangener Woche waren bei einem Flüchtlingsdrama vor Lampedusa mehr als 300 Asylsuchende aus Afrika ums Leben gekommen. Nur 155 der geschätzt rund 500 Bootsinsassen konnten gerettet werden. Seit dem Unglück wird in der EU heftig über die europäische Flüchtlingspolitik diskutiert.

AFP

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