Nach Einführung in Bayern

"Hautausschläge": Ärger um neue Polizei-Uniform - jetzt packt JVA-Beamtin aus

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Ein Satz der Uniformen

Die neue Uniform für bayerische Polizisten bringt im Berufsalltag einige Probleme mit sich. Auch Justizvollzugsbeamte wurden damit ausgestattet - eine Betroffenen aus dem oberbayerischen Landkreis Altötting spricht jetzt darüber.

Landkreis Altötting - Die seit August umfassend eingeführten neuen Uniformen waren zunächst für mehr Funktionalität, eine bessere Passform und höheren Tragekomfort gelobt worden. Die Polizeiinspektion Waldkraiburg zelebrierte die Einführung der neuen Dienstkleidung beispielsweise mit einer lustigen Foto-Aktion, wie innsalzach24.de* berichtete.

Doch inzwischen häuften sich Beschwerden, dass der Stoff schon nach kurzer Zeit deutliche Gebrauchsspuren zeige, beispielsweise würden die Nähte ohne große Beanspruchung reißen. Außerdem verliere die Uniform schon nach wenigen Waschgängen ihre Farbe. Auch die mangelhafte Passgenauigkeit wurde beklagt. Daher genüge sie nicht den Anforderungen für einen täglichen Gebrauch.

"Eigentlich ist sie ja nicht schlecht, aber ... " 

Diese Erfahrungen hat auch eine Leserin von innsalzach24.de* aus dem Landkreis Altötting gemacht. Sie arbeitet seit vier Jahren als Vollzugsbeamtin in einer Justizvollzugsanstalt (JVA) in der Region. Dort betreut und versorgt sie etwa 45 Gefangene, bearbeitet deren Anträge, kontrolliert die Hafträume und verteilt beispielsweise Post und Essen.Auch die JVA-Beamten in Bayern erhielten zeitgleich mit der Polizei eine neue Uniform. 

Ein älteres (oben) und ein noch neues Hemd im Vergleich.

"Eigentlich finde ich die neue Uniform ja nicht schlecht", berichtet sie, "Aber in der Praxis hat sie wirklich noch einige Probleme." Sie könne mehr als bestätigen, dass sich schon binnen kürzester Zeit Gebrauchsspuren zeige."Kaum hat der Arbeitstag angefangen, schon sind sie bald überall zu sehen, beispielsweise bei der Kontrolle der Hafträume wird man schnell dreckig, das neue Blau ist schon sehr schmutzempfindlich!" Auch eine weitere unangenehme Auswirkung habe der Uniformstoff. "Einige Kollegen haben zudem Hautausschläge bekommen", berichtet sie, "Ich habe gehört, dass das auch nicht wenige Polizisten betroffen hat." 

Einige Nachteile gegenüber alter Uniform

Auch sonst habe die neue Montur ihre Nachteile gegenüber der alten. "Früher gab es für den Sommer zum Beispiel Poloshirts statt Hemden. Die waren sehr viel angenehmer. Auch die Sommerhosen waren aus einem sehr viel besseren Jeans-Stoff, die jetzigen sind überhaupt nicht luftig oder atmungsaktiv." Sie könne auch mehr als bestätigen, dass die Kleidung rasch auswasche. "Vergleicht man etwa meine schon häufig gewaschene Sommer- mit der noch ungenutzten Winteruniform, dann sieht man einen enormen Unterschied", berichtet sie. Auch die Strickjacke für den Winter sei sehr rasch abgerieben. 

Die Strickjacke für den Winter ist sehr rasch abgerieben.

Die JVA-Beamtin kann auch die Berichte über nicht passgerechte Uniformen bestätigen. "Ich hatte da zum Glück keine Probleme, aber einige Kollegen schon." Auch bei der Anlieferung habe es einige Probleme gegeben. "Teilweise fehlten beispielsweise Hemden. Abschließend betont sie noch einmal, dass sie die neue Uniform generell gut finden würde. "Es müsste halt noch etwas gegen die momentanen Probleme gemacht werden." Sie sei froh, dass sich nun bereits einige Politiker zu dem Thema zu Wort gemeldet haben und auf eine Besserung hinarbeiten.

Eine originelle Verwendung für die alte Uniform fand übrigens eine Polizeibeamtin aus Waldkraiburg. Dackeldame "Olga" bekam ein warmes Jäckchen:

Bayerns Polizisten tragen seit August einheitlich blau statt grün. Im Berufsalltag bringt die neue Uniform allerdings einige Probleme mit sich, wie merkur.de* berichtet. Das sorgt für Kritik von Seiten der Beamten.

*innsalzach24.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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