1900 Kilometer im Schneckentempo

Trecker-Willi: Mit Tempo 18 nach Mallorca

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Winfried Langner und sein „Robert“: Seit 2004 ist der 77-Jährige mit dem Deutz D15 unterwegs.

Lauenförde. Briefmarken sortieren oder Füße hochlegen ist nicht sein Ding. Rentner Willi geht lieber mit seinem alten Trecker „Robert“ auf große Fahrt. Nächstes Ziel ist Mallorca, 1900 Kilometer mit Tempo 18.

„Ich hab’ doch Zeit“, sagt der 77-jährige Rentner aus Lauenförde an der Weser, wo Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen zusammentreffen. Vor 15 Jahren ist Langner in Rente gegangen. Dann kam er auf die Idee mit dem „Schlepper“, wie der Fachmann sagt. 2004 hat er den Deutz vom Typ D15 gekauft. Dann hat er ihn zerlegt, Teile erneuert und dann wieder zusammengebaut.

„Darum kann ich mich auch auf mein Schätzchen verlassen“, sagt der 77-Jährige mit Stolz. „Damals habe ich meiner Enkelin Anne Sophie immer aus einem Kinderbuch vorgelesen, da kamen auch ein Opa mit Schiebermütze und ein Trecker drin vor.“ Der Trecker hieß Robert und damit hatte auch der frisch aufgebaute Schlepper von Langner seinen Namen. Seitdem ist er mit „Robert“ unterwegs.Im Schlepptau hat er einen kleinen Wohnwagen.

„Am 22. April um Punkt acht Uhr geht es los“, sagt Langner. Insgesamt sind es gut 1900 Kilometer. Spätestens am 24. Mai will Langner in Barcelona sein und mit der Fähre nach Mallorca übersetzen. Wenn „Robert“ ein Durchschnittstempo von 15 Kilometern pro Stunde schafft, müsste Langner etwa 127 Stunden am Steuer sitzen. Autoradio? Fehlanzeige. Ist das nicht langweilig, so ganz allein? „Nee, wenn ich meinen Schlepper hör’, ist alles gut.“ Außerdem winken ihm die Menschen zu, wenn sie überholen. "Und wenn ich Trecker-Freunde treffe, wird erstmal geschnackt."

Winfried Langner sitzt an seinem Küchentisch und blättert in Fotoalben von seinen Touren. „Die hat noch meine Frau zusammengestellt. Sie ist im Juni 2012 gestorben“, erzählt er und muss einen Augenblick lang schlucken. „Zweimal war sie mit dem Flieger auf Mallorca, aber ich geh’ in so was nicht rein. Darum will ich jetzt dahin.“ (dpa)

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