Lebenslänglich: Supermarkträuber war auch in Region aktiv

Zu lebenslanger Haft verurteilt: Der Angeklagte Marek K. im Gericht. Foto: dpa

Hannover/Göttingen. Nach einer Überfallserie auf Supermärkte in ganz Deutschland ist ein 42-jähriger Mann zu lebenslanger Haft verurteilt worden - wegen Raubes und Mordes. Das Urteil fiel am Mittwochnachmittag.

Bei den Überfällen hatte es einen Toten und mehrere Verletzte gegeben. In Hannover erschoss Marek K. einen 21-Jährigen, der ihn aufhalten wollte - mit zwei Schüssen aus nächster Nähe in Kopf und Oberkörper.

Marek K. hatte auch in der Region zugeschlagen. In Südniedersachsen soll er einen Raubüberfall auf den Supermarkt am Wolfshof in Dransfeld (Landkreis Göttingen) am 5. März 2015 getätigt haben. Eine der ersten Taten der Serie fand in Göttingen statt: Am 27. September 2013 überfiel er den Lidl-Markt im Groner Industriegebiet.

Die Kammer am Landgericht Hannover sah gestern bei dem Mann eine besondere Schwere der Schuld. Der Verurteilte kann deswegen frühestens nach 21 Jahren den Antrag stellen, auf Bewährung freizukommen. Im Prozess hatte der Angeklagte bis kurz vor Schluss geschwiegen. Erst Stunden vor dem Urteil hatte er dann von manipulierten Beweisen der Polizei gesprochen und die Taten abgestritten. Anhand von DNA-Spuren wurden Marek K. aber Taten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Bayern zugeordnet.

Bundesweit wurde mit Bildern aus Überwachungskameras nach dem Mann gefahndet. Ende Juni 2015 nahm die Polizei den Serientäter dann bei seiner Einreise aus Polen nahe Dresden fest. Handydaten hatten die Ermittler auf seine Spur gebracht.

Das Gericht entsprach mit seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte nicht auf ein konkretes Strafmaß plädiert.

Hintergrund: Immer gleiche Vorgehensweise

Mit seinen Überfällen hatte der Räuber monatelang Angst und Schrecken vor allem bei Angestellten von Supermärkten verbreitet. Bei seinen Raubzügen ging er stets nach demselben Muster vor: Kurz vor Ladenschluss betrat er den Markt, bedrohte die Kassiererin mit einer Pistole und verlangte Geld. (dpa/dob)

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