Lebensmittel: Aus für irreführende Verpackung

Brüssel - Die EU sagt irreführenden Lebensmittelpackungen den Kampf an: Ob “zuckerfrei“, “energiereduziert“ oder “natriumarm“ - künftig sollen diese Angaben geprüft werden.

Solche Informationen auf Lebensmittelpackungen sind demnächst EU-geprüft. Die EU-Kommission genehmigte am Mittwoch in Brüssel eine Liste mit 222 erlaubten gesundheitsbezogenen Angaben. Sie sind wissenschaftlich geprüft. Irreführende Behauptungen auf Lebensmittelpackungen dürfen ab Anfang Dezember nicht mehr verwendet werden.

Achtung: Das sind die Mogelpackungen

Fruchtkonfekt Erdbeer-Rhabarber (Alnatura), Kritik: Tatsächlich nur ca. 0,1 g Rhabarber in einem Stück Konfekt (11,4 g). Mit Datteln gestreckt. Aufmachung lässt höheren Rhabarberanteil vermuten. Positiv: Keine Farbstoffe oder Aromen. Name „Rhabarber“ fast doppelt so groß wie die Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Milch-Snack Schoko-Haselnuss (Ehrmann), Kritik: Tatsächlich nur 0,5 g Haselnussmark und 0,7 g Kakaopulver statt Schokolade in einem Becher (100 g). Aufmachung und Aromazusatz lassen höheren Haselnuss- und Schokoladenanteil vermuten. Name „Schoko Haselnuss“ deutlich besser lesbar. © Verbraucherzentrale Hamburg
Bio-Milchbrei Erdbeere (Hipp), Kritik: Tatsächlich nur 0,45 g Erdbeerflocken und Erdbeerextrakt in einer Portion (180 g) Milchbrei. Aufmachung und der Zusatz von Rote-Beete-Pulver als Farbstoff lassen höheren Erdbeeranteil vermuten. Name „Erdbeere“ mehr als 8-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Schlummerbrei mit Pfirsich und Haferflocken (Humana), Kritik: Tatsächlich nur 0,4 g Pfirsichsaftpulver in einer Portion Milchbrei (200 g). Aufmachung und der Zusatz von „Natürliches Aroma“ lassen höheren Pfirsichanteil vermuten. Name „Pfirsich“ fast doppelt so groß wie die Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Gebratene Nudeln mit Rindfleisch (Knorr), Kritik: Tatsächlich nur 0,62 g Rindfleisch in einer Portion(62g). Aufmachung, Aroma und geschmacksverstärkendes Hefeextrakt lassen höheren Rindfleischanteil vermuten. Name 7-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Müsli Knusper-Karamell (Kölln), Kritik: Tatsächlich nur 0,2 g Karamellsirup in einer Portion (40 g) Müsli. Aufmachung, Aroma- und Farbstoffzusatz lassen höheren Karamellanteil vermuten. Name „Karamell“ fast 10-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Gefüllt Alpenmilch-Schokolade (Milka), Kritik: Tatsächlich nur 0,045 g Erdbeeren in einer Portion Schokolade (25 g). Aufmachung und Aromenzusatz lassen höheren Erdbeeranteil vermuten. Name „Erdbeer“ mehr als 4-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Milchreis Schoko-Reis (Müller), Kritik: Tatsächlich nur 2,2 g Kakao/Schokolade in einem Becher (200 g) Milchreis. Aufmachung und Aromazusatz lassen höheren Schokoladenanteil vermuten. Name „Schoko“ doppelt so groß wie Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Pfirsich-Maracuja-Joghurt-Schokolade (Ritter Sport), Kritik: Tatsächlich nur 0,2 g Pfirsiche in einer Portion Schokolade (25 g). Aufmachung und der Zusatz von „Natürliche Aromen“ lassen höheren Pfirsichanteil vermuten. Name fast 3-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Hühnersuppe mit Nudeln (Tip), Kritik: Tatsächlich nur 0,023 g Hühnerfleisch in einer Portion Hühnersuppe (250 ml) plus unbekannte Minimenge Hühnerfett. Aroma und Geschmacksverstärker (Würze, Hefeextraktetc.) statt Geschmack vom Huhn. Name „Hühnersuppe“ 6-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Banana Milch-Drink (MMW Molkerei), Kritik: Tatsächlich nur 0,25 ml Bananensaftkonzentrat in einem Glas (250 ml). Bananengeschmack und -aussehen fast nur durch Farbstoffe und Aromen. Name „Banana“ fast 8-mal größer als Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg
Frucht-Buttermilch (Milram), Kritik: Tatsächlich nur 2 g Bananenpüree in einem Glas (250 g) Buttermilch. Mit Apfelsaft gestreckt und mit Pflanzen- und Fruchtkonzentraten gefärbt. Aufmachung und Aromazusatz lassen höheren Fruchtanteilvermuten. Schriftgröße: Name „Banane“ 4 mal größer als die Schrift in Zutatenliste. © Verbraucherzentrale Hamburg

Der Liste ging eine jahrelange Prüfung voraus. Etwa 44 000 solcher gesundheitsbezogener Angaben hatten die EU-Länder ursprünglich übermittelt. Die Kommission verkürzte die Liste und genehmigte mit Vertretern der Staaten und des Europaparlaments nun erste Angaben.

dpa

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