Lebensmittelskandal

Bakterien in Ikea-Mandelkuchen

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Der Skandal bei IKEA reißt nicht ab.

Stockholm - Nach "Köttbullar" muss die Möbelkette Ikea erneut ein Lebensmittel aus dem Verkauf nehmen: In dem Produkt "schwedischer Mandelkuchen" wurden Bakterien entdeckt.

Nach dem Pferdefleisch in den Hackfleischklopsen „Köttbullar“ gibt es bei Ikea jetzt Alarm wegen Bakterien in Mandeltorte. Nur eine Woche nach dem Stopp der populären Fleischklöße hat die schwedische Möbelkette am Dienstag in 23 Ländern, darunter auch Deutschland, ihre Mandeltorte in allen Ikea-Restaurants aus dem Verkehr gezogen. Auslöser war ein Bericht der Zeitung „Shanghai Daily“, wonach chinesische Behörden hohe Anteile von Darmbakterien in einer Import-Partie aus Schweden gefunden hätten.

Konzernsprecherin Ylva Magnusson bestritt Medienberichte, wonach es sich dabei um E.coli-Bakterien aus Exkrementen handele. Sie sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Wir wissen definitiv, dass es sich um coliforme Bakterien handelt, die nicht gesundheitsschädlich sind.“ Entgegen dem Bericht von „Shanghai Daily“ hätten die chinesischen Behörden nicht 1,8 Tonnen der Mandeltorte, sondern 1800 Torten gestoppt.

Lebensmittelskandale in Deutschland

Vergammelt, verseucht, falsch deklariert - Lebensmittelskandale haben Verbraucher in Deutschland schon mehrfach verunsichert. © dpa
März 2013: 10 000 Tonnen vergifteter Mais wurden zu Tierfutter verarbeitet. Allein in Niedersachsen sind mehr als 3500 Bauernhöfe beliefert worden. © dpa
Februar 2013: Millionen Eier aus Freiland- und Bodenhaltung sowie von Bio-Betrieben wurden als angebliche Bio-Eier verkauft, obwohl die Legehennen nicht vorschriftsgemäß gehalten. © dpa
Januar 2013: In mehreren europäischen Ländern wird in Supermarktprodukten neben dem angegebenen Rindfleisch auch Pferdefleisch gefunden. Mitte Februar tauchen auch in Deutschland Fertiggerichte mit falsch deklariertem Fleisch auf. © dpa
2012: Nach dem von Behörden verhängten Produktionsstopp in einer Brotfabrik bei München meldet die Bäckereikette Müller-Brot Insolvenz an. Kontrolleure fanden wiederholt Mäusekot und Speisereste von früheren Produktionen in Maschinen der Bäckerei. © dpa
2011: In Deutschland sterben rund 40 Menschen an den Folgen des gefährlichen EHEC-Darmkeims. Die Behörden warnen vor dem Verzehr roher Tomaten, Gurken und Blattsalate. Später stellt sich heraus: EHEC war von belasteten Sprossen aus Ägypten ausgelöst worden. © dpa
2010: Mit Dioxin belastetes Bio-Futtermittel eines niederländischen Herstellers wird in elf Bundesländer geliefert. Vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen werden viele Biohöfe gesperrt. © dpa
2008: Vergammelter Mozzarella aus Italien landet auch auf deutschen Käsetheken. Insgesamt sollen rund 11 000 Tonnen des mit Würmern und Mäusekot verunreinigten Käses europaweit als frische Ware in Supermärkten angeboten worden sein. © dpa
Lebensmittelskandale in Deutschland
2005: Mindestens 50 Betriebe und Lager in mehreren Bundesländern sind in Geschäfte mit verdorbenem Fleisch verwickelt. Große Mengen wurden zu Döner, Bratwurst und Geflügelnuggets verarbeitet. Besonderes Aufsehen erregte ein Unternehmer aus dem bayerischen Deggendorf: Er importierte tonnenweise Schlachtabfälle aus der Schweiz, deklarierte sie um und verkaufte sie an Lebensmittelproduzenten im In- und Ausland. © dpa
2005: In zwei Filialen einer Supermarktkette werden bei Hannover Mitarbeiter beim Manipulieren von Fleischverpackungen ertappt. Sie hatten Hackfleisch mit abgelaufenem Verbrauchsdatum neu verpackt und so das Verfallsdatum verlängert. Mitarbeiter und Kunden anderer Supermärkte melden sich mit ähnlichen Vorwürfen. © dpa
2001: Mit dem in der EU verbotenen Antibiotikum Chloramphenicol belastete Shrimps aus Asien gelangen über die Niederlande nach Deutschland. Die EU beschließt, die Einfuhr von Shrimps, Geflügel, Honig und Kaninchenfleisch aus China zu verbieten. © dpa
1997: Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet, der Konsum von Rindfleisch geht drastisch zurück. Als Auslöser der Krankheit gilt die Verfütterung von Tiermehl und Tierfett, die 2001 europaweit verboten wird. © dpa

Dennoch sei es „völlig inakzeptabel“, dass von Ikea angebotene Nahrungsmittel die Grenzwerte für Bakterien überschritten. Man werde mit dem schwedischen Lieferanten Almony gemeinsam ermitteln, wo die Ursachen liegen und für Abhilfe sorgen. Ikea in Deutschland erklärte, man wisse noch nicht, ob Teile der in China beanstandeten Partie auch an Restaurants in den deutschen Möbelhäusern geliefert worden seien.

Anfang der Woche hatte Ikea ebenfalls schwedischer „Köttbullar“-Lieferant Dafgård mitgeteilt, dass das Pferdefleisch in den Klopsen aus zwei polnischen Schlachtereien stamme. Hier hatte ein Test tschechischer Behörden erstmals ergeben, dass der Fleischanteil der „Köttbullar“ nicht ausschließlich, wie deklariert, von Schweinen und Rindern stammt. Das Verkaufsverbot für dieses Produkt will Ikea bis auf weiteres aufrechterhalten.

dpa

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