Öko-Messe Biofach

Das essen wir morgen

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Tomaten mit Bio-Siegel auf dem Demeter-Stand der weltweit größten Öko-Messe Biofach.

Nürnberg - Was sind die neuesten Lebensmittel-Trends? Im Rahmen der Öko-Messe Biofach gibt Experte Michael Radau Auskunft. Was im Kommen ist und wo es noch an Alternativen mangelt:

Auf der weltweit größten Öko-Messe Biofach werden derzeit rund 100 000 Produkte in zertifizierter Bio-Qualität präsentiert. Neu im Sortiment sind auffällig viele vegane Lebensmittel. Auch Kokos und Ziege sind im Kommen, wie Trendexperte Michael Radau der Nachrichtenagentur dpa erläuterte. „Was noch stärker einer Alternative bedarf, ist der ganze Bereich der nachhaltigen Aquakultur, also Fisch“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende der SuperBioMarkt AG.

Herr Radau, was sind die aktuellen Trends unter den Bio-Neuheiten?

Radau: „Ein Trend ist der zu regionalen Produkten, die ein ganz hohes Maß an authentischen Geschichten haben. Etwa ein Safthersteller, der sagt, wir haben nur heimisches Obst und Gemüse in unserem Multisaft. Ein weiterer Trend geht zu veganen Lebensmitteln als Ausdruck einer neuen Lebensform, die nicht mehr diesen absoluten Askese- und sehr dubiosen Charakter hat, sondern als Ausdruck von Wohlfühlen, von bewusstem Ernähren und sich mit Lebensmitteln sehr aktiv Auseinandersetzen.“

Welche Inhaltsstoffe sind denn aktuell gefragt?

Radau: „Das geht ein Stück weit wieder auf Getreidesorten, auch auf Sachen, die glutenfrei sind wie Buchweizen oder Quinoa. Kokos ist definitiv ein Trend, der in verschiedenen Bereichen kommt. Ziegenkäse oder Ziegenmilch als Grundlage ist ebenfalls ein wachsender Bereich.“

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Lebensmittel ohne tierische Inhaltsstoffe und Produkte für Rohköstler oder Intolerante tauchen vermehrt unter den Neuheiten auf - und auch Getränke, obwohl es schon zahlreiche Bio-Getränke gibt. Wie kommt's?

Radau: „Das ist einmal die Frage der Sortenvielfalt. Ein Getränkeregal lebt natürlich davon, dass ich das Gefühl habe: "Ich habe mein Lieblingssorte, aber jetzt probiere ich auch mal etwas Neues." Und da bieten sich einfach unheimlich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Was ich auffällig finde, ist, dass eine Reihe von Herstellern das Cola-Thema wieder aufgreift. Vielleicht entspricht das auch der Idee, immer mehr junge Menschen anzusprechen.“

100 000 Produkte gibt es auf der Biofach. Was fehlt noch im Angebot?

Radau: „Was noch stärker einer Alternative bedarf, ist der ganze Bereich der nachhaltigen Aquakultur, also Fisch. Da wünschen sich die Kunden mehr Alternativen. Die haben ein Gefühl dafür entwickelt, dass es da ein Problem gibt. Aber wir haben noch zu wenige Lösungen.“

Grundnahrungsmittel vom Discounter im "Öko-Test"

Milfina Joghurt 3,5 % Fett erhält das Testurteil "sehr gut". Kritikpunkt waren dennoch niedrige Omega-3-Fettsäuren. Das bedeutet, dass die Kühe selten Gras und meistens Kraftfutter bekommen haben. Doch mit diesem Mangel haben auch die Produkte der Discounter Aldi Süd und Nord, Penny, Lidl, Netto und Norma zu kämpfen. Sie enthalten zusätzlich noch Weichmacher in der Verpackung. © Öko-Test
Pennys Lindenhof Gouda schneidet im Test auch "sehr gut" ab - trotz niedriger Omega-3-Fettäurewerten. Doch auch alle gestesten Gouda anderer Discounter weisen diesen Mangel auf. © Öko-Test
Das Mineralwasser "Saskia" (Medium) von Lidl schafft nur die Marke "befriedigend". Sein Mangel laut "Öko-Test": PET-Einweg. Damit befindet sich das Wasser, das ebenso wie alle anderen von seinen Inhaltsstoffen einwandfrei ist, in guter Gesellschaft mit den Marken der genannten Discounter. © Öko-Test
Jodsalz von Norma ist "sehr gut" und ohne Mangel. Ebenso wie alle anderen getesteten Billigprodukte von Penny, Lidl, Aldi Nord und Süd und Netto. © Öko-Test
Beim Sonnenblumenöl droht allseits Ungemach: Das Premium Sonnenblumenöl von Netto wurde mit der Auszeichnung "ausreichend" versehen, weil die Ölqualität zu gering ist und der Wert der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) vergleichsweise hoch. PAKs können krebserregend und erbgutschädigend sein. Allerdings lagen die Messwerte hier immer noch deutlich unter den zugelassenen Höchstmengen. © Öko-Test
Auch bei den anderen Sonnenblumenölen war die Ölqualität nicht immer gut und Inhalststoffe und Kennzeichnung nicht immer zufriedenstellend. Norma beispielsweise zeichnet sein Öl mit dem Vermerk "cholesterinfrei" aus. © Öko-Test
Die Spaghetti im Test waren alle "sehr gut" und wiesen wie Lidls Combino Spaghetti keinerlei Mängel auf. © Öko-Test
Der Spinat jedoch hat seinen Ruf nicht umsonst, er schwächelt bei den Inhaltsstoffen. Der Vorwurf: Nitrat und Cadmium liegen über 50 Prozent der täglich empfohlenen Dosis. Deshalb erhält das Gartenkrone-Produkt von Aldi Süd auch nur das Zertifikat "ausreichend". Auch bei Norma, Penny, Aldi Nord und Netto liegt das Cadmium im Spinat darüber, bei Lidl ist es der Nitrat-Wert. © Öko-Test
Das Puda-Weizenmehl von Penny erhält nur die Auszeichnung "befriedigend", weil es erhöhte Schimmelpilzgifte enthält. Auch in Aldi Nords Goldähren-Weizenmehl stecken zu viele davon, deshalb ist es auch nur "befriedigend". Alle anderen Discount-Mehle erringen das Urteil "sehr gut". © Öko-Test
Die passierten Tomaten von Aldi Süd schneiden "sehr gut" ab. Ebenso die Tomaten aller anderen Discounter. Nichts daran auszusetzen. © Öko-Test
Der Bellarom Gold Kaffee von Lidl teilt sich die Auszeichnung "sehr gut" mit den Eigenmarken von Penny, Norma, Netto sowie Aldi Nord und Süd. Eine glatte 1 für alle. © Öko-Test

dpa

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