Vermisste Deutsche: Leichen in Säcken gefunden

Kabul - Die Leichen der beiden offenbar ermordeten deutschen Entwicklungshelfer sind im Gebirge in Afghanistan nach Angaben der örtlichen Behörden geborgen worden.

Sicherheitskräfte würden die Toten nun zu einer Straße bringen, sagte die Sprecherin der Regierung der Provinz Parwan, Roshana Chalid, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Von dort aus würden sie ins Krankenhaus in die Provinzhauptstadt Charikar und dann weiter in die afghanische Hauptstadt Kabul gebracht.

Chalid sagte weiter, die Leichen seien in Säcke gestopft gewesen. Provinzgouverneur Abdul Baschir Salangi war am Montag von einem Mord ausgegangen und hatte örtliche Nomaden vom Stamm der Kuchi verdächtigt. Er hatte zudem mitgeteilt, dass die beiden Deutschen nach ersten Erkenntnissen erschossen worden seien. Chalid sagte am Dienstag, die endgültige Todesursache müsse nach dem Eintreffen der Leichen aus den Bergen untersucht werden.

Das ist Afghanistan

Seit dem Sturz der Taliban vor acht Jahren sind Milliarden Hilfsgelder nach Afghanistan geflossen. © dpa
In dem Land am Hindukusch sind inzwischen mehr als 100.000 internationale Soldaten stationiert. © dpa
Afghanistan ist jedoch immer noch eines der korruptesten, ärmsten und gefährlichsten Länder der Welt © dpa
In Afghanistan leben auf einer Fläche, die knapp doppelt so groß ist wie Deutschland, rund 33 Millionen Menschen. © dpa
Dem Entwicklungsindex (HDI) der Vereinten Nationen zufolge ist Afghanistan derzeit das zweitärmste Land der Welt. Schlechter ist die Lage nur im Niger. © dpa
Der Index berücksichtigt neben dem Einkommen auch Faktoren wie Kindersterblichkeit, Unterernährung und Bildung. © dpa
Mehr als 50 Prozent der Afghanen leben Schätzungen zufolge unter der Armutsgrenze. © dpa
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt laut Vereinten Nationen bei 44 Jahren (Deutschland: 80 Jahre). © dpa
Der Durchschnitt der ärmeren Länder liegt laut Weltbank bei 59 Jahren. © dpa
Auf dem Korruptionsindex 2009 von Transparency International ist Afghanistan weiter zurückgefallen und steht auf dem vorletzten Rang. Noch schlechter ist die Lage nur in Somalia. © dpa
Die Wirtschaftsleistung (BIP) lag laut Internationalem Währungsfonds (IWF) unter Einberechnung eines Kaufkraftausgleichs 2008 bei 21,4 Milliarden Dollar oder 760 Dollar pro Kopf. © dpa
Für 2009 rechnet der IWF mit einem BIP von 25,1 Milliarden Dollar. © dpa
Das Volumen des illegalen Opiumhandels wird von der Weltbank auf ein Drittel des regulären BIP geschätzt. © dpa
Afghanistan produziert mehr als 90 Prozent des weltweit gehandelten Opiums, woraus Heroin hergestellt wird. © dpa
Für Projekte der Entwicklungshilfe und des Wiederaufbaus sind von der Bundesregierung von 2002 bis 2010 mehr als 1,2 Milliarden Euro Hilfsgelder zugesagt. © dpa
Bis Mitte August 2009 wurden davon 830 Millionen Euro ausgezahlt. © dpa
Damit ist es das größte Empfängerland deutscher Entwicklungshilfe. © dpa

Das Auswärtige Amt hat den Tod der beiden Deutschen bislang nicht bestätigt. Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte am Montag erklärt, er müsse “leider bestätigen“, dass in Afghanistan zwei Tote gefunden worden seien. Zunächst müsse aber die Identität geklärt werden. “Solange dies nicht zweifelsfrei geschehen ist, sind keine verlässlichen Aussagen möglich“.

Die Deutschen waren vor mehr als zwei Wochen bei einer Wanderung im Hindukusch-Gebirge nördlich von Kabul spurlos verschwunden. Nach dpa-Informationen war einer der Männer - ein 59-Jähriger aus Baden-Württemberg - für die staatliche deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kabul tätig. Der zweite Mann, ein 69-Jähriger aus Sachsen, gehörte demnach einem christlichen Hilfswerk an, das in der afghanischen Hauptstadt arbeitete.

dpa

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