Leichendoktor von Hagens kämpft um Professor-Titel

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Der Plastinator Gunther von Hagens.

Münster - Millionen sahen seine Ausstellungen mit kunstvoll präparierten Leichen: Seit Jahren streitet Gunther von Hagens um einen Professorentitel. Er will nicht mit Guttenberg verglichen werden.

Der Streit um den Professorentitel des Leichenpräparators Gunther von Hagens nimmt kein Ende. Mitte Juni muss sich Nordrhein-Westfalens Oberverwaltungsgericht in Münster erneut mit dem Fall beschäftigen. Von Hagens will sich von Hochstapler-Vorwürfen reinwaschen. Die Richter sollen ihm bescheinigen, dass er seinen Gastprofessoren-Titel in Deutschland ohne Verweis auf die chinesische Herkunft führen durfte, verlangt der 67 Jahre alte Anatom. Er hat beim Gericht in Münster voriges Jahr schon einmal recht bekommen. Dieses Urteil kassierte aber das Bundesverwaltungsgericht ein.

Von Hagens klagt gegen das Land Nordrhein-Westfalen. Dessen Wissenschaftsministerium war bundesweit für Genehmigungen zum Führen von ausländischen Titeln zuständig und bestand auf dem einordnenden Zusatz “RC“ oder “VRC“ für China. Von Hagens ließ das Kürzel aber weg und handelte sich damit ein Strafverfahren wegen Titelmissbrauchs ein. Von diesen Vorwürfen wurde er 2007 schließlich freigesprochen.

Strafrechtlich ist die Sache also schon lange vom Tisch. Aber trotz des Freispruchs bezeichneten Medien von Hagens später immer noch als “prominenten Hochstapler“, unter anderem im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre um den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). Daher besteht der 67-Jährige auf die Rehabilitierung durch die Justiz. Zudem verlangt er mit einer anderen Klage vom NRW-Ministerium zwei Millionen Euro Schadenersatz wegen ungerechtfertigter Strafverfolgung.

Von Hagens hatte den Gastprofessoren-Titel 1999 von der Dalian Medical University in China für fünf Jahre verliehen bekommen. Der Heidelberger ist studierter Mediziner mit deutschem Doktortitel. Der Anatom gilt als Erfinder der Plastination, eines Verfahrens zur Konservierung von menschlichen und tierischen Präparaten. Millionen Menschen besuchten die umstrittene Wander-Ausstellung “Körperwelten“.

dpa

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