Leichenpräparator verklagt NRW auf Millionen

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Der Leichenpräparator Gunther von Hagens hat NRW auf zwei Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Düsseldorf - Der Leichenpräparator Gunther von Hagens hat NRW nach jahrelangem Streit um seinen Professorentitel auf zwei Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Was er dem Bundesland konkret vorwirft:

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Das teilte von Hagens' Institut für Plastination am Mittwoch in Heidelberg mit. Eine Sprecherin des NRW-Wissenschaftsministeriums in Düsseldorf bestätigte, dass eine Klage gegen das Land Nordrhein-Westfalen anhängig sei. Das Ministerium hatte von Hagens seinen Titel aus China nur als Zusatz in Klammern anerkannt - zu Unrecht, wie vor kurzem das Oberverwaltungsgericht Münster urteilte. “Wegen ungerechtfertigter Strafverfolgung“ klagt der umstrittene Wissenschaftler deshalb nun gegen das Land.

Das zuständige Landgericht Düsseldorf wollte den Eingang einer Klage am Mittwoch noch nicht bestätigen. Von Hagens' Institut zufolge will der Wissenschaftler vor Gericht Ansprüche “wegen der Kosten und der Rufschädigung“ durch das Strafverfahren gegen ihn geltend machen, das von 2004 bis 2007 wegen “mehrfacher missbräuchlicher Führung des Titels“ gegen ihn geführt worden war.

Von Hagens hatte 1999 in China einen Gastprofessoren-Titel für fünf Jahre verliehen bekommen. Das Wissenschaftsministerium in NRW hatte entschieden, dass der Leichenpräparator seinen Professorentitel in Deutschland nur mit Verweis auf dessen Herkunft tragen durfte. Trotz des Freispruchs in dem Verfahren gegen ihn war von Hagens in den Medien wiederholt als Hochstapler bezeichnet worden.

Der Wissenschaftler hatte daraufhin vor Gericht auf die Feststellung gepocht, dass er seinen Titel in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen auch ohne Zusatz tragen durfte. Das OVG hatte ihm schließlich in dieser Sache Recht gegeben. Das NRW-Ministerium habe seine Befugnisse überschritten, weil es davon ausgegangen sei, seine nach NRW-Recht getroffene Entscheidung sei auch in den anderen Bundesländern verbindlich, hieß es in dem Urteil von März 2011.

dpa

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