Liebesgruß in den Himmel

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Fotografiert aus dem Weltall: Der russische Kosmonaut Sergej Rjasanski fotografierte von der ISS aus den Wald, der die Form einer Gitarre hat.

General Levalle. Sergej Rjasanski hat einen besonderen Blick auf unseren Planeten. Und lässt die ganze Welt daran teilhaben.

Der russische Kosmonaut ist derzeit auf der Internationalen Raumstation ISS stationiert. Und von dort aus fotografiert der 43-Jährige die Erde und präsentiert die Bilder auf seinem Twitter-Account.

Seit Juli hat er versucht, einen Wald in Argentinien zu fotografieren. Nicht einfach bei einer Geschwindigkeit der ISS von knapp 28 000 Stundenkilometern. Doch jetzt, im Dezember, ist es gelungen und er präsentiert das Bild auf Twitter und dokumentiert auf ungewöhnliche Weise eine besondere Geschichte. Die Geschichte des argentinischen Bauern Pedro Martin Ureta, die er selbst zuvor aus Medien erfuhr.

Ureta verliert 1977 seine Frau Graciela. Während sie mit dem fünften gemeinsamen Kind schwanger ist, stirbt die damals 25-Jährige an einem Aneurysma, einer krankhaften Erweiterung eines Blutgefäßes. Auch das ungeborene Kind kann nicht gerettet werden.

Sergej Rjasanski

Für den heute 74-Jährigen bricht eine Welt zusammen. Einen für sie wichtigen Wunsch hatte er ihr bis dahin nicht erfüllt. Graciela war einst mit einem Flugzeug über das Farmgelände geflogen und kam so auf die Idee, man könne doch Bäume in einer bestimmten Formation anpflanzen, sodass sich von oben auf sie blickend ein Bild ergibt. Ihr Mann Pedro schüttelt nur den Kopf. Er habe keine Zeit, einen Wald anzulegen.

Doch zwei Jahre nach dem Tod seiner Frau beginnt er die Idee zu realisieren und pflanzt mit den vier Kindern Bäume. Von oben soll der Wald wie eine Gitarre aussehen. Das Instrument, was seine Frau leidenschaftlich gerne spielte. Grüne Zypressen bilden den Korpus und blaue Eukalyptusbäume die Saiten und den Gitarrenhals. Am Ende stehen 7000 Bäume in einer Länge von einem Kilometer.

Die Familie muss zahlreiche Rückschläge einstecken, wie Spiegel Online berichtet. Hasen und wilde Meerschweinchen fressen immer wieder die Setzlinge. Doch Aufgeben kommt nicht infrage. Jahrelang kämpfen sie unermüdlich für den Gitarrenwald. Seine Tochter Maria Julia erzählt der Washington Post: „Es ist die beste Möglichkeit, die Erinnerung an unsere geliebte Mutter wach zu halten.“

Ihr Vater Pedro Martin Ureta hofft, dass seine verstorbene Frau vom Himmel aus nun mit einem Lächeln auf seinen Liebesgruß blickt. Er selbst hat den Wald nie von oben betrachtet. Er leidet unter Höhenangst. Dafür hat Kosmonaut Sergej Rjasanski nun ein Foto für ihn und den Rest der Welt gemacht.

Hier geht es zu Sergej Rjasanskis Twitter-Account.

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