Experte hält Beweise gegen Pädophile für zulässig

Lockvogel „Sweetie“: 44 Deutsche tappten in die Sexfalle

Den Haag. Unter den etwa 1000 mutmaßlichen Pädophilen, die einem Internet-Lockvogel in den Niederlanden in die Falle gegangen sind, sind auch 44 Deutsche. Ein Experte von der Uni Marburg hält es für möglich, dass die Beweise gegen sie vor hiesigen Gerichten verwendet werden können.

Mehr als 1000 mutmaßliche Pädophile sind in den Niederlanden in eine Falle der Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes getappt. Sie wollten Online-Sex mit einer Zehnjährigen haben - die ein fiktiver Lockvogel war. Unter den Ertappten sind laut eines Sprechers von Terre des Hommes auch 44 Deutsche. Ihnen droht nun ein Strafprozess.

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Christoph Safferling, Professor für Internationales Strafrecht an der Uni Marburg, hält es grundsätzlich für möglich, dass die Daten als Beweise vor Gericht zulässig sind. Es sei entscheidend, dass die mutmaßlichen Pädophilen nicht von den Ermittlungsbehörden getäuscht wurden. Die Falle wurde von Dritten gestellt, die Behörden müssen gegen die Ertappten ermitteln.

Prof. Christoph Safferling

Ein kritischer Punkt könnte die Speicherung der Verbindungsdaten durch die Hilfsorganisation sein. Da müsse die Rechtmäßigkeit geprüft werden, sagt Safferling.

Die Behörden müssen die Angaben von Terre des Hommes nun prüfen, sagt Safferling. Dann kann ein Europäischer Strafbefehl erfolgen und den Verdächtigen der Prozess in Deutschland oder im Ausland gemacht werden. Das hänge auch davon ab, ob die Verdächtigen die deutsche Staatsbürgerschaft oder den ständigen Wohnsitz in Deutschland haben. (ema)

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