Frau sollte Kind unter Serviette stillen

Still-Protest von 100 Müttern vor Londoner Luxushotel

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Rund 100 Frauen demonstrierten vor einem Londoner Luxushotel, in dem eine Mutter gebeten wurde, ihr Kind unter einer Serviette zu stillen.

London. Vor einem Londoner Luxushotel haben rund 100 junge Mütter mit ihren Babys für das Recht auf Stillen in der Öffentlichkeit demonstriert.

Mit der ungewöhnlichen Aktion am Samstag wollten die Frauen ihre Solidarität mit einer Mutter bekunden, die vor einigen Tagen vom Hotel "Claridge's" aufgefordert worden war, ihr Baby im Hotelrestaurant "diskret" zu stillen. Angestellte hatten der 35-jährigen Louise Burns eine große Stoffserviette gereicht, um ihren Busen zu bedecken.

Burns hatte zuvor Bilder über den Nachrichtendienst Twitter veröffentlicht, auf denen sie im Hotel zu sehen ist, während sie ihr Kind stillt. Sie schrieb dazu: "Ich wurde darum gebeten, das Stillen mit einer Serviette zu verdecken - um kein Aufsehen zu erregen."

Anschließend twitterte Burns ein weiteres Bild, auf dem sie ohne Serviette zu sehen ist. Ihr zweites Bild kommentierte sie mit: "So viel offensichtlicher als ohne!"

Nach einem 2010 verabschiedeten Gleichheitsgesetz ist es in Großbritannien verboten, stillende Frauen zu diskriminieren. "Claridge's" stellte inzwischen klar: "Natürlich erlauben wir das Stillen, wir bitten unsere Gäste nur, es diskret zu tun." Die Frauengruppe Free to Feed, die den Protest organisiert hatte, schrieb am Samstag: "'Claridge' glaubt offenbar, über dem Gesetz dieses Landes zu stehen."

Auch vor der Politik machte der Streit nicht halt. Ins Fettnäpfchen trat Nigel Farage, Chef der rechtsgerichteten Partei UKIP, mit seiner Bemerkung, Stillende sollten sich möglichst in eine Ecke setzen und nicht auffallen. Dagegen verurteilte Regierungschef David Cameron das Vorgehen von "Claridge's" scharf. Stillen sei völlig natürlich und es sei völlig unakzeptabel, eine stillende Mutter in eine peinliche Situation zu bringen. (dpa/mhs)

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