Lotterie schüttet in Spanien Milliarden aus

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Die Gewinner der Lotterie feierten in Spanien ausgelassen.

Madrid - Zwei Tage vor Heiligabend hat die Weihnachtslotterie einen Geldregen über Spanien ausgeschüttet. Allein für den Hauptgewinn “El Gordo“ (der Dicke) wurden 180 mal vier Millionen Euro verteilt.

Vorzeitige Bescherung im krisengeschüttelten Spanien: Die traditionelle Weihnachtslotterie hat Gewinne von insgesamt 2,5 Milliarden Euro ausgeschüttet. Ein großer Teil des Geldregens ging am Donnerstag über Dörfer in der nordspanischen Provinz Huesca nieder. Dort waren in der 2000-Seelen-Gemeinde Grañén die Lose mit der Glücksziffer 58 268 verkauft worden. Auf diese Nummer entfielen bei der Ziehung der Glückslose die Hauptgewinne von jeweils vier Millionen Euro.

“El Gordo“ (der Dicke), wie der Hauptgewinn genannt wird, war in diesem Jahr um eine Million aufgestockt worden. Da alle Losnummern jeweils 180 mal verkauft wurden, wird der Gewinn von vier Millionen Euro auch 180 mal ausgezahlt. Neue Millionäre bringt die Lotterie allerdings kaum hervor: Da ein komplettes Los 200 Euro kostet, kaufen die Spanier normalerweise nur Anteile in Form von Zehntel-Losen oder teilen sich Gemeinschaftslose mit Freunden und Kollegen. Auf diese Weise verhilft die Weihnachtslotterie Zehntausenden Spaniern jedes Jahr zu einer vorzeitigen Bescherung.

“Gestern habe ich erfahren, dass ich ein Kind bekomme, heute gewinne ich den Gordo“, sagte eine 29 Jahre alte Bäuerin in Grañén überglücklich. In der Dorfkneipe “Carlitos“ floss der Sekt in Strömen. “Bei uns muss heute niemand zahlen“, betonte die Rumänin Mijaela, die das Lokal vor einem Monat mit ihrem Mann eröffnet hatte und nun zu den glücklichen Gewinnern gehört.

Von dem Geldregen profitierten nicht nur die Loskäufer in Grañén, sondern auch Bewohner anderer Orte, die sich ihre Lose in der Lotteriestelle von Grañén besorgt hatten. Der Fernfahrer Angel brachte das Glück per Lastwagen bis nach Murcia im Südosten Spaniens. Er hatte seine Kollegen vor einem Monat gefragt: “Ich fahre heute in die Gegend von Huesca. Soll ich Euch von da Lose mitbringen?“ Die Kollegen willigten ein und überschütteten Angel nun mit Sekt. Jedes Zehntel-Los, das er für sie gekauft hatte, brachte 400 000 Euro ein.

Die traditionelle Lotterie ist die größte und älteste der Welt. Da es auch viele kleinere Gewinne gibt, dauerte die Ziehung mehr als drei Stunden. Der zweite Hauptgewinn von jeweils 1,25 Millionen Euro ging an die Ortschaft Manises bei Valencia. Dort waren die 180 Lose mit der gezogenen Glücksnummer 53 404 verkauft worden. Unter den Gewinnern war auch die Ortsgruppe der Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy.

Der staatlichen Lotteriegesellschaft LAE zufolge hatten die Spanier in diesem Jahr 0,5 Prozent weniger Geld für Lose ausgegeben als 2010. Auf jeden Bewohner des von Wirtschaftskrise und hoher Arbeitslosigkeit gebeutelten Landes kam im Schnitt ein Einsatz von 56,82 Euro.

Die Gewinne, die auf nicht verkaufte Lose entfallen, gehen an die Staatskasse. Zudem kassiert der Fiskus 25 Prozent der Einsätze. 70 Prozent werden als Gewinne ausgeschüttet, die übrigen 5 Prozent erhalten die Betreiber der Lotteriestellen.

Die Lotterie feiert im kommenden Jahr ihr 200-jähriges Bestehen. Sie wird in der heutigen Form seit 1812 ausgespielt. Den Namen “Weihnachtslotterie“ erhielt sie aber erst 1892. Die eigentlichen Anfänge reichen bis in das Jahr 1763 zurück.

dpa

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