1. Startseite
  2. Welt

Vor Räumung in Lützerath: Polizei will deeskalieren

Erstellt:

Von: Johannes Skiba

Kommentare

In Lützerath bereitet die Polizei die Räumung des Ortes und des besetzten Weilers vor. Vorher soll eine Informationsveranstaltung deeskalieren.

Lützerath – Der kleine Ort Lützerath und der Braunkohletagebau Grazweiler im Westen von Nordrhein-Westfalen sind für Klimaaktivist:innen zu einem symbolträchtigen Ort im Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel geworden. Rund 300 Aktivisten befinden sich in Lützerath, etwa 250 weitere in einem Nachbarort. Am Dienstag bietet die Polizei Aachen, die die Einsatzleitung für die geplante Räumung des Dorfes hat, und der Kreis Heinsberg eine Informationsveranstaltung an.

Der aktuell besetzt Weiler auf dem Gebiet der Stadt Erkelenz soll zur Braunkohlegewinnung abgerissen werden. Die Aktivisten wollen dies verhindern. Die geplante Informationsveranstaltung, an der der Aachen Polizeipräsident Dirk Weinspach und Landrat Stephan Pusch von der CDU teilnehmen werden, soll zum Dialog mit den Bürger:innen von Erkelenz sowie den Klimaaktivist:innen dienen. Es wurde zu friedlichen Protesten am Tagebau aufgerufen.

Die Vorbereitungen zur Räumung des Dorfes Lützerath laufen auf Hochtouren. Die Polizei bewacht den Aufbau von Zäunen, wä
Die Polizei und die Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten werden sich bei der Räumung in Lützerath gegenüberstehen. © Hardt/imago

Räumung von Lützerath durch Polizei steht bevor

Die Polizei plant einen Großeinsatz zur Räumung. Nach Polizeiangaben wird der Räumungseinsatz frühestens am Mittwoch starten. Die Aachener Polizei wird bei dem Großeinsatz, der bis zu vier Wochen dauern könnte, aus dem ganzen Bundesgebiet unterstützt. Ähnlich wie im Hambacher Forst haben Aktivistinnen und Aktivisten Baumhäuser gebaut und sieben Häuser verbarrikadiert. Nur ein kleiner Teil der Protestszene ist nach Polizeieinschätzung gewaltbereit.

Braunkohle durch Ukraine-Krieg wieder wichtiger

Die von den Grünen geführten Wirtschaftsministerien in Bund und NRW hatten sich mit dem Konzern auf einen vorzeitigen Kohleausstieg im Rheinland für das Jahr 2030 geeinigt. Der Beschluss der Grünen beinhalte außerdem, dass fünf Nachbardörfer, die ebenfalls vom Abriss bedroht sind, wohl erhalten bleiben. Lützerath muss hingegen weichen, um die darunter liegende Kohle abzubauen. Durch den Ukraine-Krieg und die Energiekrise wurde die Stromerzeugung mit Braunkohle wieder ausgeweitet. (jsk)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion