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Klimaaktivisten in Lützerath betonieren sich ein – und müssen Polizei offenbar um Hilfe bitten

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Von: Patrick Huljina

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Klimaaktivisten wollen die Räumung des Braunkohleortes Lützerath verhindern. Einige betonieren sich dabei sogar ein – und müssen teilweise befreit werden.

Lützerath - Am Donnerstag (12. Januar) hat die Polizei die Räumung des von Aktivisten besetzten Braunkohleortes Lützerath fortgesetzt. Die Stimmung heizte sich am zweiten Tag der Räumung deutlich auf. Laut Angaben der Polizei wurden Beamte mit Böllern und Farbbeuteln beworfen. Bereits am Mittwoch wurden ein Molotow-Cocktail, Steine und Pyrotechnik in Richtung der Einsatzkräfte gefeuert.

Lützerath-Räumung: Wetter macht Klimaaktivisten zu schaffen

Lützerath soll geräumt und abgerissen werden, um die darunter befindlichen Kohlevorkommen fördern zu können. Klimaaktivisten wollen das verhindern und harren weiterhin in Baumhäusern und besetzten Gebäuden in der Siedlung aus. Wie viele es sind, ist unklar. Ein Großaufgebot der Polizei ist im Einsatz, wie merkur.de berichtet.

Den verbliebenen Klimaaktivisten macht inzwischen auch das Wetter zu schaffen. In Lützerath herrschte Dauerregen und starker Wind. „Wir hoffen, dass der Sturm nicht noch stärker wird“, sagte eine Sprecherin der Initiative „Lützerath lebt“ am Donnerstagmorgen. Die Situation sei insbesondere für die Aktivisten in den Baumhäusern gefährlich.

Klimaaktivisten in Lützerath betonieren sich ein – und müssen Polizei um Hilfe bitten

Die widrigen Wetterbedingungen stellten die Klimaaktivisten offenbar insbesondere in der Nacht vor Probleme. Wie Focus Online berichtet, hatten sich manche der Aktivisten im Boden oder mit ganzen Fundamenten einbetoniert. Aufgrund der niedrigen Temperaturen in der Nacht bekamen sie allerdings gesundheitliche Probleme. Dem Bericht zufolge mussten sie deshalb die Polizei um Hilfe bitten. Die Einsatzkräfte nutzten demnach unter anderem Presslufthammer und eine Flex, um die Aktivisten zu befreien.

Bereits am Mittwoch gab es Berichte über Klimaaktivisten, die sich an einbetonierte Rohre gekettet hatten. Auch hier mussten Einsatzkräfte zunächst den Beton aufbrechen, um sie zu befreien. In den frühen Morgenstunden am Donnerstag holte die Polizei laut der Deutschen Presse-Agentur eine Frau aus einem Autowrack, das als Hindernis auf einem Weg aufgebaut worden war. Sie hatte sich demnach dort verschanzt und ihre Füße ebenfalls in den Weg zementiert. Im Dezember hatte bereits ein Klimaaktivist Spott für seine Asphalt-Hand geerntet – damals war der Kleber zu stark.

Räumung von Lützerath: Die Polizei muss immer wieder auch Aktivisten aus Autos herausschneiden und befreien.
Die Polizei muss in Lützerath immer wieder auch Aktivisten aus Autos herausschneiden und befreien. © Thomas Banneyer/dpa

Lützerath-Räumung: Polizei und RWE kündigen Abrissarbeiten an

Lützerath ist inzwischen komplett von einem Doppelzaun umgeben. Der Zaun sei fast fertig, nur die Tore fehlten noch, sagte ein Sprecher des Energiekonzerns RWE am Donnerstagmorgen. Die Tore sollten im Laufe des Tages eingehängt werden. RWE hatte am Mittwoch mit der Errichtung der etwa zwei Meter hohen Konstruktion begonnen, um die Ortschaft als Betriebsgelände zu markieren. Unbefugte sollten daran gehindert werden, die Ortschaft zu betreten.

Sobald die Polizei einzelne Bereiche für geräumt erklärt hat, sollen Bagger mit dem „geordneten Rückbau“ – also dem Abriss – beginnen. „Wann das sein wird, wissen wir nicht“, sagte der RWE-Sprecher. „Sicherheit für alle Beteiligte hat für uns dabei absoluten Vorrang.“ Die Polizei hat inzwischen Abriss- und Baumfällarbeiten im Laufe des Donnerstags angekündigt.

Für die Grünen ist die Lützerath-Räumung ein Dilemma. Die Ökopartei setzt sich vor Ort für den Klimaschutz ein, hat die aktuelle Lage aber selbst zu verantworten. Damit wurde auch eine Abgeordnete in der ARD konfrontiert. (ph/dpa)

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