Ungenutztes Potenzial

Mädchen fehlen weibliche Vorbilder für Technik-Interesse

+
Das technische Interesse der beiden Schülerinnen ist nicht selbstverständlich: Einer neuen Studie nach fehlen vielen Mädchen die weiblichen Vorbilder. Foto: Patrick Pleul

Mädchen begeistern sich nicht für Technik? Laut einer Studie ist an diesem Vorurteil einiges dran. Jedoch gibt es dafür bestimmte Ursachen - etwa der Mangel an weiblichen Vorbildern.

München (dpa) - Das geringe Interesse vieler Mädchen und junger Frauen für Fächer wie Mathematik, Informatik oder Technik ist einer europaweiten Studie zufolge hausgemacht.

Ihnen fehle es zum Beispiel einfach an Praxiserfahrung und weiblichen Vorbildern, ergab eine von Microsoft in Auftrag gegebene Untersuchung. Demnach ist das Interesse im Alter von elf bis 16 Jahren bei den Mädchen am stärksten ausgeprägt und sinkt dann rapide ab. Dabei liege gerade bei jungen Frauen ein großes Potenzial, um dem akuten Mangel an digitalen Fachkräften entgegenzuwirken, hieß es in einer Mitteilung von Microsoft. "Wir können es uns nicht leisten, auf das Potenzial weiblicher Talente zu verzichten", sagte Sabine Bendiek, Chefin von Microsoft Deutschland.

Die Studie macht vier zentrale Faktoren aus, die das Interesse der jungen Frauen an technischen Fächern deutlich sinken lässt: der Mangel an weiblichen Vorbildern, fehlende Praxiserfahrungen, Ungleichbehandlung sowie fehlende Kenntnisse über Anwendungsgebiete im echten Leben. Dabei sei das Interesse vielfach ausgeprägt. Fast 40 Prozent der Befragten können sich demnach sogar vorstellen, in diesen Bereichen Karriere zu machen - im Alter von 16 Jahren geht das Interesse dann aber rapide zurück.

Die sogenannten Mint-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) gelten als traditionell männerdominiert. Die IT-Branche klagt jedoch seit Jahren über einen anhaltenden Fachkräftemangel. Zudem werden Kenntnisse in diesen Fächern im Zeitalter der Digitalisierung auch in Nicht-IT-Berufen immer wichtiger. "Hier kann auch die IT-Industrie einen wichtigen Beitrag leisten", sagte Bendiek. "Indem sie Karrieremöglichkeiten aufzeigt und mit gängigen Vorurteilen über eine männerdominierte Arbeitswelt aufräumt." Microsoft Deutschland geht mit gutem Beispiel voran: Seit einem Jahr steht mit Bendiek erstmals eine Frau an der Spitze.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.