Tote in den Schweizer Alpen: Vater sah seine Kinder abstürzen

Sitten/Basel. Nach dem Drama in den Walliser Alpen, bei dem fünf Bergsteiger ums Leben kamen, ist die Herkunft der Todesopfer nun geklärt.

Nach Angaben der Schweizer Polizei gehören zu den Opfern des Unfalls am Gipfel des Lagginhorn vom Dienstag neben einem 44-Jährigen und dessen Sohn auch die 14-jährige Tochter und der 20-jährige Sohn des einzigen Überlebenden sowie ein 21-jähriger Mann.

Die am 4.010 Meter hohen Lagginhorn abgestürzten Urlauber hätten in der Weissmieshütte übernachtet und seien aus Deutschland gewesen, verlautete am Mittwoch aus Alpinistenkreisen im Kanton Wallis.

„Zu der Gruppe gehörten zwei Väter mit erwachsenen Söhnen und einer minderjährigen Tochter, es waren alles Deutsche“, sagte eine Herbergsangestellte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

„Die Söhne waren so um die 20, das Mädchen erst etwa 15 - es ist eine große Tragik“, sagte die Mitarbeiterin der Berghütte, von der die Gruppe am Dienstag zum Gipfel des Lagginhorns etwa 35 Kilometer südlich der Ortschaft Visp aufgebrochen war. Insgesamt gehörten sechs Alpinsten zu der Gruppe. Einer überlebte, weil er wegen eines Schwächeanfalls 100 Meter vor dem Gipfel zurückblieb. Nach bislang nicht bestätigten Angaben der Schweizer Zeitung „Blick“ stammten alle fünf Opfer „aus dem Raum Berlin“.

Das Unglück ereignete sich laut Polizei gegen 13 Uhr, als die Bergsteiger auf dem Rückweg vom Gipfel des 4010 Meter hohen Lagginhorns nahe der Ortschaft Saas-Grund im Wallis waren. Der Bergführer Rolf Trachsel, der die Rettungsoperation leitete, sagte der dpa, die Opfer seien angeseilt gewesen. „Ich gehe von einem Mitreißunfall aus“, sagte er.

Die Ursache der Tragödie war am Mittwoch laut Polizeiangaben weiter unklar. „Die Untersuchung läuft“, sagte ein Sprecher. Bergretter Trachsel geht bislang davon aus, dass entweder ein Mitglied der Fünfer-Gruppe beim Abstieg ausrutschte und die anderen mitgerissen hat oder dass die Gruppe von einer kleineren Lawine mitgerissen wurde. Die Hobby-Alpinisten seien etwa 400 Meter tief in Richtung des Fletschhorns gestürzt.

dpa

Rubriklistenbild: © Jean-Christophe Bott/Keystone/dapd

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