Magen-Darm-Welle: Koch-Verbot für Sodexo

Berlin - Nach den massenhaften Magen-Darm-Erkrankungen in Ostdeutschland haben Schulen und Kindergärten in Berlin und Thüringen am Montag auf Essen der Catering-Firma Sodexo verzichtet.

Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung wollte mit der Firma verhandeln, ob die Essens-Lieferungen in den kommenden Tagen wieder aufgenommen werden. In Thüringen untersagte eine Amtsärztin dem Anbieter bis auf weiteres, in einer Suhler Großküche Essen für Kinder zu kochen, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung mitteilte.

Die genaue Ursache für den Brechdurchfall ist weiter unklar. Sicher ist offenbar: Die Erkrankungen hängen mit dem Schulessen der Firma Sodexo mit Sitz in Rüsselsheim zusammen. Experten aus Bund und Ländern gehen bislang davon aus, „dass der Ausbruch nur durch ein kontaminiertes Lebensmittel beziehungsweise eine Charge einer Lieferung ausgelöst wurde“. Möglicherweise sind Noroviren oder auch Gift-bildende Bakterien Schuld an dem Ausbruch.

RKI: Größte je von Lebensmitteln ausgelöste Magen-Darm-Welle

Die Magen-Darm-Erkrankungswelle ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) die größte von Lebensmitteln ausgelöste Krankheitswelle dieser Art in Deutschland. Es seien mindestens 8962 Menschen in Ostdeutschland betroffen - größtenteils Kinder und Jugendliche, wie es im RKI-Lagebericht vom Montag heißt. Erste Fälle gab es demnach schon am 19. September; also mehr als eine Woche, bevor die Erkrankungen offiziell bekannt wurden. Es sei aber nicht sicher, ob diese „einem separaten Geschehen zuzuordnen sind“. Die Krankheitswelle ist inzwischen abgeebbt.

Von der Welle am stärksten betroffen ist Brandenburg mit 2896 Fällen; gefolgt von Sachsen (2880), Berlin (2223), Thüringen (913) und Sachsen-Anhalt (50)

dpa

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