Sie wird von innen aufgefressen

Makaber: Mit Parasiten-Wespen gegen Giftspinnen

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Der Entomologe Lars Krogmann zeigt einen Schaukasten mit Captain Cook's Wespen (Agenioideus nigricornis) im Löwentormuseum in Stuttgart (Baden-Württemberg).

Stuttgart - Dank der Arbeit eines Stuttgarter Forschers können giftige Spinnen in Australien künftig womöglich mit einer Wespe bekämpft werden - allerdings auf eine sehr makabere Art und Weise.

In Deutschland helfen Wespen gegen den Maiszünsler, in Australien könnten die Insekten künftig eine giftige Spinne bekämpfen. Der Stuttgarter Insektenforscher Lars Krogmann vom Staatlichen Naturkundemuseum untersucht die zum Teil kaum einen Millimeter großen Wespen seit Jahren und entdeckt immer wieder neue Spezies mit erstaunlichen Eigenarten.

Captain Cook's Wespe (Agenioideus nigricornis) heißt eine rund ein Zentimeter große Art, die den 36 Jahre alten Entomologen vor einiger Zeit auf der anderen Seite des Globus' bekanntgemacht hat. Mit einem Kollegen fand Krogmann heraus, dass das weithin unerforschte Tier ein natürlicher Feind der giftigen Rotrückenspinne ist. Rund 300 Mal im Jahr wird in Australien ein Serum gegen die Bisse dieser Spinne verabreicht. Sie ist ähnlich gefährlich wie die Schwarze Witwe. „Wenn es ganz unglücklich läuft, kann ein Biss sogar tödlich sein“, sagt der Forscher. Tückisch: Rotrückenspinnen suchen gerade die Nähe zu Menschen, weil sie hier viele geschützte Ecken finden.

Die schrägsten Tiere der Welt

Opossum
Das schielende Opossum (Didelphis) Heidi im Zoo Leipzig. Das Tier hat einen Sehfehler. © dapd
Zu viel Winterspeck? Ein Katta im Hamburger Tierpark macht den Test. © ap
Dieser chinesischen Schopfhund ist 2007 zum hässlichsten Hund der Welt gewählt worden. Er wird nur bis zu 33 Zentimeter groß und ist in dieser Variante haarlos. © AP
Huch? Ist ein Storch nicht eigentlich weiß? In Briesen (Brandenburg) wurde dieser blaue Storch gesichtet. © dpa
Mit seiner großen gurkenförmigen Nase gehört der Nasenaffe nicht zu den gängigen Naturschönheiten. Er lebt nur auf der indonesischen Insel Borneo, immer nah am Wasser und in Mangrovenwäldern. © dpa
Diese Königskrabbe kann bis zu 15 Kilogramm schwer werden und erreicht eine Spannweite von bis zu zwei Metern. Sie ist auch als "Kamtschatka Riesenkrabbe" bekannt. Sie stammt aus dem nördlichen Pazifik vor Japan und Alaska. © AP
Diese japanische Riesenkrabbe spielt mit einem Mini-WM-Ball. Sie ist die größte lebende Krebsart. Ihre Spannweite beträgt knapp vier Meter. © dpa
Zwei Sphinx-Katzen. Sie sind eine kanadische Katzenart. Auf den ersten Blick ist die Sphinx-Katze haarlos, doch bei näherer Betrachtung ist ein zarter Flaum zu erkennen. Sie ist sehr intelligent und ihre Haut bräunt im Sommer ebenso wie die des Menschen. © AP
Die Sphinx-Katzen Hale-Bopp (links) und Beanie Baby ruhen sich bei einer Tiershow aus. © AP
Es gibt den reinrassige chinesische Schopfhund auch in der Variante „Powder Puff“ mit ganz feinem Fell. Auch dieses Exemplar wurde ebenfalls beim World's Ugliest Dog Contest in Petaluma, Kalifornien, 2007 gesehen. © AP
Dieser chinesische Schopfhund besitzt nur ein Auge und drei Pfoten. Der arme Kerl gewann 2008 den Titel des hässlichsten Hundes der Welt. Chinesische Schopfhunde gelten als verspielt, aufgeweckt und gefühlvoll. © AP
Miss Ellie ist 15 Jahre alt und blind. Beste Voraussetzungen für die reinrassige chinesische Schopfhündin, den begehrten Titel des hässlichsten Hundes der Welt abzuräumen. © AP
Der mexikanische Schwanzlurch hat eine besondere Fähigkeit: Er kann verlorene Gliedmaßen nachwachsen lassen. In ihrer Heimat gehören Axolotl zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. © dpa
Bei uns werden Axolotl für die Wissenschaft genutzt. An ihnen wird das Wachsen von Zellen aus dem Embionalstadium beobachtet. Die Tiere wachsen ein Leben lang, im Alter allerdings immer langsamer. © dpa
„Astaroth“ ist ein Aye-Aye-Männchen. Das Fingertier verfügt über bis zu acht Zentimeter lange Finger mit denen es sich sein Essen angelt. Fingertiere leben nur noch auf Madagaskar. © dpa
„Sam“ war drei Jahre in Folge der hässlichste Hund der Welt. Der chinesische Schopfhund wurde inzwischen eingeschläfert, seine Website gibt es aber immer noch. © dpa
Der Nacktmull lebt in Halbwüsten in Äthiopien, Kenia und Somalia und ist ein Sandgräber. Er lebt in von Weibchen geleiteten großen Kolonien. © dpa
Der Nacktmull (hier im Dresdener Zoo) gilt als das sozialste Tier der Welt, hat aber ein echtes Imageproblem wegen seines Aussehens. © dpa
Der Seeteufel (vorne) oder auch Lotte genannt lebt im nordöstlichen Atlantik und ist wegen seines weißen und festen Fleisches beliebt. Im Hintergrund ein Felsenbarsch. © dpa
Der Sternmull ist eine Maulwurfart und hat rund um seine Schnauze 22 fingerförmige Hautanhänge. Er lebt an Land, jagt aber auch im Wasser. Um seine Beute aufzuspüren, bläht er Luftblasen auf, saugt sie sofort wieder ein und nimmt so die Duftstoffe der Beute war. Dann weiß er, wohin er schwimmen muss. © Ken Catania/Nature/dpa
Dieser Kater heißt Frank bzw. Louie. Je nachdem von welcher Seite man ihm ins Gesicht schaut. Er lebt in Worcester im Bundestaat Massachusetts. © 

Bislang nahmen Forscher an, dass die Spinnen von anderen Tieren weitgehend unbehelligt bleiben. Doch Krogmann und sein australischer Kollege entdeckten, dass die zuletzt fast vollständig in Vergessenheit geratene Captain Cook's Wespe die gefährlichen Spinnen attackiert: Erst lähmt die Wegwespe ihr Opfer mit einem Stich und legt dann ein Ei auf der Spinne. Nachdem die Larve geschlüpft ist, frisst sie sich regelrecht durch ihr noch lebendes Opfer. „Sie essen zunächst nur die Teile, die nicht tödlich sind, damit ihre Beute so lange wie möglich frisch bleibt“, erklärt der Wissenschaftler. Viele Wespenarten sorgen so für ihren Nachwuchs.

Obwohl die Wespe schon 1775 zum ersten Mal beschrieben wurde, brachte erst ein Zufall die neuen Erkenntnisse ans Licht. Krogmann entdeckte in einer Sammlung ein Wespen-Exemplar, das mit „Redback-Killer“ (Rotrücken-Mörder) beschriftet war. Fast zeitgleich schickte ein neunjähriger Junge ein Foto von einer Wespe, die eine Spinne zu ihrem Nest schleppte. Darauf ging Krogmann der Sache in Australien nach. Er hält es für denkbar, dass die Wespen eines Tages zum Kampf gegen die Spinne gezüchtet und auch in Japan oder Neuseeland eingeführt werden, wo die Spinnen ebenfalls verbreitet sind. Aber das sei noch Zukunftsmusik. „Erst mal muss man die Biologie der Wespen genau kennen.“

Auf anderen Feldern ist der Nutzen von Schlupf-, Erz- und Wegwespen längst bekannt. Die Tiere werden in Deutschland etwa zur Bekämpfung von Maiszünslern und Kornkäfern eingesetzt. Auch gegen Blattläuse schwärmen die Hautflügler aus. Krogmann versucht, möglichst viele Arten zu finden und einzuordnen. Mit bloßem Auge kommt er kaum weiter. Die kleinsten schwarzen Punkte in seinem Schaukasten sind selbst mit Lupe kaum voneinander zu unterscheiden.

Nicht alle der mehr als 100 000 weltweit beschriebenen Arten sind winzig: Die größten Wegwespenart etwa hat eine Flügelspannweite von bis zu 8 Zentimetern. In Deutschland sind über 7000 parasitische Wespenarten bekannt. In der Sammlung des Museums finden sich rund 350 000 Hautflügler wie Wespen, Bienen und Ameisen.

dpa

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