Mallorca-Reise abgesagt?

Mallorca: Coronavirus-Ausbrüche - kein Spanienurlaub 2020? Updates

Auf Mallorca gab es einen neuen Coronavirus-Ausbruch in einem Hotel in Santanyí. Partyviertel wie der Ballermann wurden wegen der Ausbrüche bereits dicht gemacht. 

  • Wegen neuer Coronavirus*-Infektionsherde schließt Mallorca die Schinken- und Bierstraße am Ballermann.
  • Hoteliers auf Mallorca klagen über eine gescheiterte Sommer-Saison 2020.
  • Mallorca beschränkt Touristen ab 2020 - nicht nur wegen des Coronavirus - um 120.000 Betten.
  • Wegen Covid-19 gilt für Touristen auf Mallorca und auch in vielen Gebieten in Spanien* eine flächendeckende Maskenpflicht.

Update 5. August: Die Schweiz steckt Touristen, die aus Spanien einreisen, in Quarantäne. Grund dafür ist der Anstieg der Infektionszahlen. Mallorca und die Kanaren bleiben vorerst von der Pflicht verschont.

Update 3. August: Mallorca blickt auf sein schwächstes Tourismus-Jahr seit langem zurück. „Wir haben für die kommenden drei Wochen kaum Reservierungen. Aktuell gilt unsere größte Sorge dem Personal, das wir mit dem aktuellen Umsatz kaum halten können“, erklärt der Vorsitzende des mallorquiner Hoteliersvereins ACH, Gabriel Llobera. Die allgemeine Quarantäne-Pflicht für Briten und auch die immer strenger werdenden Regeln für Deutsche, Schweizer und Österreicher sorgen für Unsicherheit bei Touristen, ob sie ihre Reise wirklich antreten können.

Coronavirus an Mallorcas Stränden: Tourist erkrankt im Strandhotel

Update 31. Juli: Mallorca macht einen neuen Coronavirus-Ausbruch in einem Strandhotel nahe der Kleinstadt Santanyí aus. Neun Personen befinden sich Quarantäne, nachdem ein Urlauber positiv auf das Sars-CoV-2 getestet wurde.

Update 29. Juli: Die Coronavirus-Infektionen auf Mallorca steigen rasant an. Allein von Freitag bis Montag seien 33 Menschen auf den Urlaubsinseln positiv auf das Sars-CoV-2 getestet worden, berichtet das balearische Gesundheitsministerium. Somit sind schon mehr als 150 Menschen erkrankt.

Coronavirus Mallorca: Infektionsherde in Touristen-Siedlungen

Update 28. Juli: Das balearische Gesundheitsministerium hat bekannt gegeben, dass es einen neuen Infektionsherd mit zehn Coronavirus-Infizierten in s‘Arenal de Llucmajor gibt. Alle positiv Getesteten befanden sich in derselben Wohnung, sechs von ihnen zeigten keinerlei Symptome. Die Nachbarschaft wird streng überwacht.

MallorcaInsel in Spanien
Einwohner (2019)896.038
Bevölkerung923.608 (2019)
Größte GemeindePalma de Mallorca

Coronavirus Mallorca: Die britische Regierung verordnet Spanien-Touristen eine vierzehntägige Quarantäne

Update 27. Juli: Die britische Regierung kündigt an, für Rückreisende aus Spanien eine zweiwöchige Coronavirus-Quarantäne* anzuordnen. Das trifft den ohnehin schon angeschlagenen Tourismus in der Saison 2020 hart. Viele Mallorquiner begrüßen aber Einschränkungen des Massentourismus und demonstrieren gegen Urlauber, die trotz allem auf die Insel kommen.

Update 20. Juli: Mallorca erwägt eine Quarantäne-Pflicht für Reisende aus den Partyzonen, die bereits Covid-19-Fälle verzeichnet haben. Beantragt ist jedoch noch nichts, beruhigt die Inselregierung besorgte Touristen. Denn momentan sei es noch schwierig, genaue Coronavirus-Risikozonen zu definieren. Sollten die positiven Tests auf das Sars-CoV-2 aber zunehmen, werde die Lieblingsinsel der Deutschen eine solche Maßnahme in Erwägung ziehen, sagen Vertreter. Aktuell werden aber weniger Neuinfektionen verzeichnet, wohl auch durch die Schließung der Bars und Diskotheken in den Feier-Hotspots Magaluf und Ballermann. Immer mehr Regionen in Spanien reagieren auf die steigenden Infektionszahlen mit verschärften Maßnahmen*.

Update 16. Juli: Nachdem zahlreiche Touristen, vor allem Deutsche und Engländer, die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus gebrochen haben, sahen sich die Balearen gezwungen, die großen Partymeilen Ballermann und Magaluf auf Mallorca weitestgehend zu schließen*, berichtet costanachrichten.com*. Wann die Restaurants, Bars und Clubs wieder öffnen, wurde nicht bekannt gegeben. Aktuell meldet die Inselgruppe aber über 40 aktuelle Fälle von Covid-19. Die Betroffenen sind in Quarantäne und ihr Umfeld wird auf das Sars-CoV-2 getestet.

Mallorca: Ballermann nach Missachtung der Corona-Regeln geschlossen

Erstmeldung vom 10. Juli 2020: Palma de Mallorca - Mallorcas Tourismus, am Lieblingsziel der Deutschen, ist in Gefahr oder wird zumindest drastisch begrenzt. Am Donnerstag (9. Juli) hat das Parlament der Balearen beschlossen, ab sofort nur noch maximal 430.000 Betten für Touristen anzubieten. Touristen wie Reiseveranstaltern stellen mit Entsetzen fest, dass die Kapazitäten der Hotels und Ferienwohnungen in den kommenden Jahren um über 20 Prozent nach unten gefahren werden. Und das, obwohl die Begeisterung der Deutschen und anderen Urlauber aus aller Welt für Spanien in den vergangenen Sommern keine Grenzen kannte. Mallorca war dabei unangefochtener Urlaubs-Spitzenreiter: Allein im vergangenen Jahr empfing das „17. Bundesland“ im spanischen Mittelmeer 16 Millionen Urlauber aus dem Ausland und das bei einer Einwohnerzahl von gerade einmal knapp unter einer Million. Das Vorhaben hat auch mit dem Coronavirus zu tun, da viele Inselbewohner auf den Balearen fürchten, dass Sars-CoV-2 in den internationalen Ferienfliegern im Sommer 2020 mit einreist.

Mallorca begrenzt Touristen im Corona-Jahr 2020: Wann neue Regeln in Kraft treten

Mallorcas erklärtes Ziel ist es, die Anzahl ihrer Betten für Touristen langfristig zu reduzieren. Doch aktuell müssen sich die Mallorca-Liebhaber noch nicht allzu zu sehr sorgen: Bereits laufende Lizenzen für Hotels und Ferienwohnungen werden nicht aufgekündigt, bereits gebuchte Unterkünfte für 2020 und auch darüber hinaus werden also bei Antritt der Reise immer noch verfügbar sein. Daran ändert auch die Angst vor einem Einschleppen des Coronavirus auf die Balearen nichts. Die Verringerung der Zimmer und Wohnungen wird eher peu à peu eintreten, denn Gastwirte auf der Insel müssen bei der Beantragung einer neuen Lizenz oder bei der Verlängerung ihrer Verträge einen Schlüssel erfüllen, sodass weder die Gesamtzahl der Touristen auf der spanischen Insel Überhand nimmt, noch einzelne Orte unter einer großen Last zusammenbrechen. Insgesamt sollen durch dieses Verfahren 120.000 im Laufe der nächsten Jahre abgebaut werden, das entspricht über 20 Prozent aller Unterkünfte auf der Insel. 

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Neue Verteilung über die Insel

Mallorca möchte seine Urlauber besser über die Insel verteilen. Deswegen werden neue Lizenzen für Vermietungen oder Hotels nun danach vergeben, wie viel touristische Infrastruktur sich bereits am betroffenen Ort befindet. Gerade im Corona-Jahr 2020 sei es immens wichtig, dass große Ansammlungen vermieden werde, so die Verantwortlichen. Ein komplettes Verbot für den Ausbau des Tourismus gibt es in den folgenden Orten: 

  • Platja de Palma: Der beliebte Stadtstrand von Palma de Mallorca darf keine neuen Touristen mehr empfangen. 
  • S’Arenal: Rund um den Ballermann können keine neuen Unterkünfte mehr entstehen.
  • Peguera: Im Lieblingsort von Aktivtouristen im Südwesten der Insel wird es in Zukunft ruhiger zugehen. 
  • Santa Ponça: Die Bucht unweit der Inselhauptstadt Palma darf nicht mehr Touristen aufnehmen. 
  • Palmanova und Magaluf: An den englischen Partyorten wird der Sangria in Zukunft weniger fließen.
  • Kleine Strandorte: Die völlig überfüllten Strandorte Cala Bona, Cala Millor, Sa Coma, S’Illot und Cales de Mallorca, die vor einigen Jahrzehnten mal als Geheimtipp in Spanien galten, werden jetzt weniger Urlauber aufnehmen.  

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Ferienwohnungen unter Beschuss

Ganz besonders geht Mallorca Privatleuten an den Kragen. Wohnungen oder Zimmer auf Mallorca für die Sommermonate an Touristen zu vermieten, ist ab sofort verboten. Dabei stellt gerade diese Vermietung für viele Spanier eine lebenswichtige Einnahmequelle dar, besonders auf den teuren Balearen, die sich weit mehr als das Festland an das Preisniveau der Herkunftsländer der Urlauber wie Deutschland oder England angepasst hat. Gleichzeitig machen es diese Vermietungen, die zum Beispiel über die Plattform Airbnb erfolgen, Einheimischen fast unmöglich, eine Wohnung zu finden, die sie dauerhaft mieten können. Das hat die Hauptstadt Palma bereits 2018 dazu gebracht, das Portal für das Stadtgebiet zu verbieten. Viele Bewohner mussten aber schon jetzt Sozialhilfen beantragen, weil sie aufgrund der durch Covid-19 geplatzten Tourismussaison 2020 vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen.

Doch auch die professionellen mallorquinischen Gastwirte werden nicht gleichermaßen ins Gebet genommen: Besonders für Mallorcas berühmte „Finca“-Landhäuser wird die Landluft dünner. Pools dürfen nur sehr wenige von ihnen bauen lassen und um die idyllischen alten Häuschen im eigentlich leeren Inland der Insel zu vermieten, muss der Eigentümer nachweisen, dass er gleichzeitig auch Landwirtschaft betreibt. Darüber hinaus werden die Betten in Ferienwohnungen auf Mallorca auf 115.000 reduziert, den Rest der 430.000 verbliebenen fallen auf Hotels - und das, obwohl das Gesetz ja einen Versuch darstellen soll, den Massentourismus zu begrenzen. Verärgerte Vermieter vermuten, dass die Hotelier-Lobby einen großen Beitrag an dem neuen Gesetz trägt. Ein bekannter Name, der sich für den Plan stark macht, ist zum Beispiel Carmen Riu, die mit ihrer Kette an Luxushotels in ganz Spanien jährlich mehre Zehntausend Touristen aufnimmt. Dabei würden Ferienwohnungen, die in der Regel wesentlich weniger Urlauber auf wesentlich mehr Raum aufnehmen, einen deutlich größeren Beitrag für die Verringerung des Massentourismus leisten. Diese seien auch in Zeiten der Coronavirus-Gefahr sinnvoll, da so zum Beispiel Ansammlungen an Pools oder Buffets wegfallen, die die Hotels im Jahr 2020 unsicherer machen als in den Vorjahren.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Auch Inselhauptstadt Palma soll ruhiger werden.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Angst vor Neuinfektionen mit Sars-Cov-2

Mallorca hat die Gesetzesverschärfung nicht umsonst 2020 beschlossen. Schon seit vielen Jahren diskutieren Umweltschützer, Politiker und Gastwirte über die Zukunft des Massentourismus auf der spanischen Insel. Ein wichtiger Auslöser ist wohl das Coronavirus. Obwohl die Balearen deutlich schwächer betroffen waren als der Rest von Spanien, haben die Bewohner große Angst, dass mit dem Massentourismus - unter anderem auch aus sehr stark von Covid-19 betroffenen Gebieten wie Madrid, Katalonien und England - das Sars-CoV-2 mit anreist. Gemeinsam mit Katalonien hat die Urlaubsinsel deswegen auch die Maskenpflicht verschärft*. Immer wenn sich ein Tourist oder Einheimischer in der Öffentlichkeit aufhält, muss eine Maske getragen werden. Ausnahme sind Strände, wenn der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten wird, und einzelne Restaurants, die ihre Tische weit genug auseinander stehen haben und ihren Gästen erlauben, den Mundschutz abzulegen. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Außerdem wird bei der Einreise am Flughafen von Palma eine Gesundheitsbefragung* durchgeführt. 

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Einheimische schreiben Plakat gegen Urlauber.

Mallorca beschränkt Touristen im Corona-Jahr 2020: Worauf Urlauber achten müssen

Mallorcas neue Regulierung sowie Coronavirus-Hygienemaßnahmen im Sommer 2020 betreffen vor allem die Tourismus-Industrie. Aber auch Touristen sollten ein paar Regeln einhalten: 

  • Ferienwohnungen auf Mallorca sollten über einen professionellen Reiseveranstalter anstatt über private Portale wie Airbnb gebucht werden. 
  • Hotelbuchungen auf Mallorca für Termine, die weit in der Zukunft liegen, sind nicht ratsam. 
  • Bis auf Weiteres muss auf Mallorca im Jahr 2020 zum Schutz gegen das Coronavirus immer eine Maske getragen werden. Ansonsten gelten auf der Insel dieselben Regeln für Urlauber wie in ganz Spanien*.

Möglicherweise hat die spanische Insel ja den bekannten Ballermann-Hit zum Anlass genommen und sich gedacht: „Scheiß drauf, Malle ist nur einmal im Jahr“. Einheimische wie Touristen werden die Gesetzesänderung des Jahres 2020 auf Mallorca aber sicherlich merken. Von den Folgen des Coronavirus ganz zu schweigen. *costanachrichten.com und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Andreas Drouve/ dpa

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