Taten mit Handy gefilmt

Mann soll Freundin zu Tode gequält haben - Mordprozess startet

Hannover. In einem unvorstellbaren Gewaltexzess tötet ein 33-Jähriger seine Freundin, glauben die Ankläger. Für das stundenlange Martyrium muss der Mann sich jetzt in einem Mordprozess verantworten.

Weil er seine Freundin sadistisch zu Tode gequält und massiv sexuell misshandelt haben soll, muss sich ein 33-Jähriger seit Dienstag vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Anklage legt dem Handwerker Vergewaltigung und Mord zur Last. In der gemeinsamen Wohnung in Barsinghausen soll der Mann die 23-Jährige in einer sechsstündigen Gewaltorgie mit den Fäusten und einem Schlagstock verprügelt und ihr am gesamten Körper schwerste Verletzungen zugefügt haben. Sie starb bald darauf in einer Klinik.

Weil das Gutachten eines Psychiaters erst kurz vor dem Prozess vorlag, wurde die Verhandlung nach Verlesung der Anklage bis zum kommenden Montag unterbrochen. Ob möglicherweise Eifersucht Grund des Gewaltausbruches im vergangenen September war, wurde zu Prozessstart noch nicht klar, da der junge Mann zu einer Aussage noch keine Gelegenheit bekam. Diese ist für kommende Woche geplant. Nach seiner Festnahme hatte der 33-Jährige bei der Polizeivernehmung geschwiegen.

Vor Gericht machte der Angeklagte einen betroffenen aber gefassten Eindruck. Der 33-Jährige mit mittelblonden, kurzen Haaren erschien in schwarzem Hemd und grauer Strickjacke. Dutzende junge Leute aus dem Bekanntenkreis des Paars füllten den Zuschauerraum.

Der Gewaltausbruch soll bereits mittags im Schlafzimmer des Paars begonnen haben, wo der Mann die angehende Erzieherin über Stunden zur Rede gestellt und auf die Unbekleidete einprügelt haben soll. Einen Teil seines Tuns soll er auch mit dem Handy gefilmt haben. „Du bist für dein Leben erledigt“, soll der Mann laut Anklage gerufen und der jungen Frau mit dem Tod gedroht haben. Schließlich soll er auf den Kopf der Wehrlosen eingetreten und ihr den Kiefer zertrümmert haben. Die Anklage wirft dem Mann Mord aus Grausamkeit und niedrigen Beweggründen vor.

Einen Hinweis auf das Verbrechen erhielt zunächst wohl ein Bekannter des Angeklagten, der die im selben Haus wohnenden Eltern des Mannes alarmierte. Die Mutter fand dann die 23-Jährige, während der Vater im Treppenhaus auf seinen blutverschmierten Sohn traf. Der Notarzt musste die junge Frau noch in der Wohnung reanimieren, während die Polizei den Mann kurz darauf in der Nähe festnahm. (dpa)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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