Prozessauftakt in Ulm

Mann soll Stieftochter hundertfach missbraucht haben

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Die Stieftochter ist mittlerweile volljährig und hat sich als Nebenklägerin dem Verfahren angeschlossen. Foto: Stefan Puchner

Ulm - Ein 44-Jähriger soll seine Stieftochter schwer sexuell missbraucht haben. Der Angeklagte weist die Vorwürfe zurück: Seine Ex-Frau habe alles konstruiert.

"Die Anklage ist komplett falsch", sagte der 44-Jährige am Freitag vor dem Ulmer Landgericht. Seine damalige Ehefrau habe die Vorwürfe konstruiert.

Der Mann soll von 2008 bis 2010 seine damals zwischen 11 und 13 Jahre alte Stieftochter - die Tochter der Ex-Frau - nach Schätzung der Anklage zwischen 84 und 263 Mal teils schwer sexuell missbraucht haben. "Es kam einmal wöchentlich zu sexuellen Übergriffen", sagte Oberstaatsanwalt Michael Bischofberger. Zunächst war von 88 Fällen die Rede. Die Stieftochter ist mittlerweile volljährig und hat sich als Nebenklägerin dem Verfahren angeschlossen. Am Freitag wurden Freunde des mutmaßlichen Opfers als Zeugen befragt.

"Was behauptet wird, trägt eindeutig die Handschrift meiner Ex-Frau", sagte der Angeklagte. Seine Ex habe früher bereits ihren vorherigen Partner mit einem Vergewaltigungsvorwurf in Verruf gebracht.

Der Mann hatte 2012 versucht, sich nach den Anschuldigungen umzubringen. In seinem Testament schrieb er seinen Eltern: "Ich habe Sachen gemacht, die schlecht waren, ich habe immer gefragt, ob es ok ist, als das nicht mehr so war, habe ich sofort alles gestoppt." Hinter dieser Botschaft steckten Schultermassagen, begründete der Angeklagte. Er sagte, seine Stieftochter habe ihn mehrfach an seiner operierten Schulter massiert - was sie irgendwann nicht mehr wollte.

dpa

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