Keine Reue

Hofbesitzerin lässt kranke Enten qualvoll sterben: „Stärkere überleben, die Schwächeren nicht“

Ein Stall voller Pekingenten
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Mehrere Pekingenten sind auf einem Hof in Oberstenfeld unter widrigen Umständen ums Leben gekommen.

Auf einem Hof in Baden-Württemberg sind mehrere Enten gestorben. Obwohl viele von ihnen schwer krank waren, hatte die Besitzerin sie nicht zum Tierarzt gebracht. Jetzt erwartet sie eine Geldstrafe.

Oberstenfeld - Wer kranken Tieren in der Not nicht hilft, macht sich laut Tierschutzgesetz strafbar. Weil sie ihre kranken Peking-Enten unzureichend versorgt hat, musste sich eine 57-jährige Hofbesitzerin aus Oberstenfeld (Baden-Württemberg*) nun vor Gericht verantworten. Wie die Marbacher Zeitung berichtet, hätten Zeugen im März 2020 anhand von Fotos dokumentiert, wie auf dem Hof der Frau im Kreis Ludwigsburg* einige tote Enten herumlagen. Auf den Fotos war auch eine Ente zu sehen, die ihren linken Fuß gebrochen hatte und sich in einem sehr schlechten Zustand befand.

Nach dem Zeugen-Hinweis wurde die Staatsanwaltschaft aktiv. Da die Frau ihre kranken Enten offenbar wochenlang nicht zum Tierarzt brachte, verdonnerte die Staatsanwaltschaft sie zu einer Strafe von 50 Tagessätzen zu je 30 Euro. Anstatt das Strafmaß zu akzeptieren, legte die Hofbesitzerin Einspruch ein. Vor dem Amtsgericht in Marbach wurde der Fall deshalb noch einmal verhandelt. Doch die Angeklagte zeigte offenbar keinerlei Reue.

Enten-Besitzerin protestiert lauthals vor Gericht - Richterin kennt keine Gnade

„Ich fühle mich diskriminiert, als Ausländerin machen sie mir doch besonders Ärger“, sagte die Frau laut der Marbacher Zeitung im Gerichtssaal. Während sie mit dieser Aussage wohl vom Tatbestand ablenken wollte, wies sie auch in Bezug auf die Verletzung des Tierwohls jegliche Schuld von sich. Sie habe versucht, der Ente mit dem gebrochenen Fuß zu helfen. Diese habe jedoch „mit dem Schnabel immer darauf herumgehackt“. Zu den toten Enten sagte sie, dass diese bei einem plötzlichen Kälteeinbruch erfroren seien. „So ist das eben nun mal: Die Stärkeren überleben, die Schwächeren nicht“, argumentierte sie.

Trotz zahlreicher Versuche der Angeklagten, ihre Unschuld zu beteuern, kannte das Gericht keine Gnade. Laut der Marbacher Zeitung befand der Staatsanwalt das abschließende Urteil der Richterin zu einer Geldstrafe sogar als „vergleichsweise milde“. Die Angeklagte selbst empfand das offenbar nicht so und protestierte lauthals. Am Ende zog sie ihren Einspruch jedoch zurück.

Angeklagte machte sich strafbar - auch wenn sie Enten nicht aktiv quälte

Indem sie ihren Tieren nicht geholfen hat, machte sich die Angeklagte strafbar - auch wenn sie die Enten nicht aktiv quälte. Doch auch Fälle bewusster Tierquälerei gibt es leider immer wieder. Vor wenigen Monaten wurden Tiere in einem Wildgehege in Trossingen verstümmelt* und zu Tode gequält. In Mannheim musste kürzlich eine schwer misshandelte Nutria eingeschläfert werden*, nachdem unbekannte Täter ihr den Kiefer und das Rückgrat zertrümmerten. *BW24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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