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Markus Lanz (ZDF) wirft Karl Lauterbach „Erziehung durch Angst“ vor

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Von: Diana Rissmann

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird bei Markus Lanz im ZDF  kritisiert.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach wird bei Markus Lanz im ZDF kritisiert. © Screenshot_Markus Lanz_ZDF

Markus Lanz spricht im ZDF mit seinen Gästen über Corona. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zeigt sich wieder als Warner.

Hamburg - „Nach der Sommerwelle ist vor der Herbstwelle“, könnte das aktuelle Motto von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sein. Der frühere Stammgast von Markus Lanz war wieder einmal zu Gast in der ZDF-Talkshow und bemühte sich erfolgreich, seinem Ruf als Warner gerecht zu werden

Böse Zungen behaupten, dass er seinen Job als Bundesgesundheitsminister durch seine Auftritte in den zahllosen deutschen Talkshows bekommen hat. Das mag zwar etwas übertrieben sein, gefühlt war er vor der letzten Bundestagswahl jedenfalls wöchentlich bei Anne Will, Frank Plasberg oder Markus Lanz zu Gast – mindestens. Seit seinem Amtsantritt hat sich das etwas geändert, heute hatte Karl Lauterbach jedoch nach längere Pause wieder Zeit für einen Auftritt bei Markus Lanz im ZDF. Vor einigen Wochen hat er selbst eine Corona-Infektion überstanden und warnt inzwischen vor dem kommenden Winter. Doch wer will noch von Maskenregelungen und anderen Maßnahmen hören, wenn selbst der Kanzler und sein Vize ohne Maske im Regierungsflieger sitzen?

Markus Lanz (ZDF): Irritation wegen fortgesetzten Mahnungen von Lauterbach

Selbst Markus Lanz zeigte sich von Lauterbachs fortgesetzten Mahnungen und Warnungen irritiert und fragte sich, wo etwa die Warnung vor einer „Kindervariante“ hinführen soll, die Lauterbach vor einigen Tagen an die Wand malte. Auch Helene Bubrowski, Juristin und Politikexpertin der FAZ, warf dem Bundesgesundheitsminister fragwürdige Kommunikation vor, sprach von dauernden Bemerkungen, die vor etwas warnen, was nur im unwahrscheinlichsten Fall eintreten wird.

Panikmache nannte die Journalistin bei Markus Lanz in ZDF diese Kommunikation, ein Vorwurf, den Lauterbach mit zunehmender Dünnhäutigkeit konterte. Immer wieder versuchte Lauterbach zu betonen, dass es ihm nur darum geht, die Menschen vor den möglichen Konsequenzen von Covid zu warnen. Doch hat sich durch seine neue Rolle nicht auch das Gewicht seiner Worte in einer Weise verändert, die eine vorsichtigere Kommunikation notwendig machen würde?

Die Gäste bei Markus Lanz (ZDF) - Sendung vom 01. September 2022

Heiner LauterbachBundesgesundheitsminister (SPD)
Mario CzajaCDU-Generalsekretär
Helene BubrowskiJournalistin (FAZ)

„Sie überziehen mit Informationen und Warnungen“, meinte dazu der neue CDU-Generalsekretär Mario Czaja bei Markus Lanz im ZDF. „Erziehung durch Angst“, nannte Lanz das und wies darauf hin, dass bald diverse neue Impfstoffe zur Verfügung stehen. Doch Lauterbach beharrte auf seiner Position des Warners, der lieber zu viel und zu oft zur Vorsicht aufruft, als zu selten. „Für mich ist es schlimm, dass wir uns daran gewöhnen, dass täglich über 100 Menschen an Covid sterben“, sagte Lauterbach dazu, eine ethische Haltung, der man kaum widersprechen kann.

Markus Lanz im ZDF: Lauterbach will das mahnende Gewissen sein

Er hatte Friedrich Merz nicht gewählt, nun hat ihn Merz Mario Czaja dennoch zum CDU-Generalsekretär gemacht. Abgeordneter in Berlin Marzahn-Hellersdorf ist Czaja und gilt als „soziales Gewissen“, wie Markus Lanz in seiner ZDF-Sendung etwas süffisant bemerkte. Angesichts der großen russischen Bevölkerung in seinem Wahlbezirk bemüht sich Czaja offensiv um Kommunikation mit allen Einwohnern, eine Nähe, aus der Markus Lanz im einen Strick drehen wollte. In den „Gärten der Welt“, einer Gartenanlage, in der sich etwa ein Zengarten oder ein Garten aus Bali befindet, sollte auch ein russischer Garten entstehen. Ein Projekt, das lange vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine geplant war, aber längst auf Eis liegt. Wer dieses Projekt finanziert hätte, wurde nicht ganz deutlich, dennoch unterstellte Lanz Czaja, dass dieser Russland auf den Leim gegangen sei. Ein pauschales über den Kamm scheren sämtlicher Kontakte zu Russland, dem Czaja entgegenstellte, dass um die drei Millionen Menschen in Deutschland russische Wurzeln haben.

Auch in Bezug auf Mario Czajas Job im Gesundheitswesen, den er zwischen seiner Amtszeit im Berliner Abgeordnetenhaus und seiner Wahl in den Bundestag ausübte, provozierte Lanz zu heftigen Attacken. Unlauteren Lobbyismus wollte Lanz Czaja unterstellen, ritt minutenlang auf der Frage herum, ob die drei Monate Pause, die Czaja zwischen seinem Ausscheiden aus dem Abgeordnetenhaus und dem Beginn seiner Arbeit in der Privatwirtschaft, ausreichend waren. Auch der Bundesgesundheitsminister sah Czajas Lobbyarbeit skeptisch, sorgte am Ende der Runde jedoch für Erheiterung, als er Czaja den Rat gab, an seiner Kommunikation zu arbeiten, eine Bemerkung, die offenbar nicht ironisch gemeint war. (Michael Meyns)

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