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Russisches „McDonald’s“ geht an den Start - erste Filialen öffnen in Moskau

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Von: Diana Rissmann

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McDonald’s hat sich als Reaktion auf den Ukraine-Krieg aus Russland zurückgezogen. Jetzt öffnen die ersten Restaurants unter einem russischen Besitzer wieder.

Moskau - Als Reaktion auf den Ukraine-Konflikt, der sich Ende Februar zu einem Krieg entwickelte, hat die US-Fast-Food-Kette McDonald’s zunächst vorübergehend sein Russland-Geschäft geschlossen - sich dann endgültig zurückgezogen. Mit rund 62.000 Mitarbeitern in Russland zählte der Fast-Food-Riese als wichtiger Arbeitgeber. Lediglich an Bahnhöfen und Flughäfen sollen einzelne Restaurants zunächst unter dem US-Logo weitergeführt werden. Grund dafür sind schwer kündbare besondere Franchise-Verträge.

Nur wenige Wochen nach dem Rückzug von McDonald’s geht es aber weiter: Die ersten Restaurants öffnen am Sonntag (12. Juni) unter ihrem neuen, russischen Besitzer. Insgesamt 15 Filialen in Moskau und Umgebung sollen wieder Gäste empfangen - unter neuen Namen und mit neuem Logo, aber an denselben Standorten, mit demselben Personal und fast identischen Gerichten.

Das neue russische McDonald’s ist seit Tagen heißes Thema in Russland

Der neue Besitzer der russischen Fast-Food-Kette heißt Alexander Gowor und betrieb bis zuletzt bereits 25 McDonald‘s-Filialen in Sibirien. Nun kaufte der Unternehmer zu einem nicht genannten Preis die landesweit 825 weiteren Standorte ebenfalls auf - und will sie laut eigener Aussage innerhalb von zwei Monaten alle wiedereröffnen. Das Comeback von McDonald’s in neuem, russischem Gewand ist seit Tagen heiß diskutiertes Thema in Russlands sozialen Netzwerken. Die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ widmete dem „russischen McDonald‘s„ kürzlich sogar eine ganze Seite.

McDonald`s hat sich aus Russland zurückgezogen: Jetzt werden die ersten Filialen vom neuen russischen Besitzer unter neuem Namen und mit neuem Logo wieder eröffnet. Hier baut ein Mitarbeiter in einer Filiale in Nowosibirsk den McDonald`s Schriftzug ab.
McDonald`s hat sich aus Russland zurückgezogen: Jetzt werden die ersten Filialen vom neuen russischen Besitzer unter neuem Namen und mit neuem Logo wieder eröffnet. Hier baut ein Mitarbeiter in einer Filiale in Nowosibirsk den McDonald`s Schriftzug ab. © Kirill Kukhmar/Imago

Das große Interesse hat auch damit zu tun, dass McDonald‘s für viele Russen eine regelrecht historische Bedeutung hat: Anfang der 1990er-Jahre war die Eröffnung der ersten McDonald‘s-Filialen auch ein Zeichen für Wandel und Aufbruch in Russland gewesen, vor den Restaurants bildeten sich damals 500 Meter lange Schlangen. Entsprechend symbolisch stehen nun die Schließungen für die verhärteten Fronten zwischen Moskau und dem Westen.

McDonald’s in Russland: Neuer Besitzer beschäftigt Mitarbeiter weiter

McDonald‘s zufolge hat sich der neue Besitzer Gowor, der einst in der Bergbau- und Öl-Branche reich wurde, vertraglich dazu verpflichtet, die bisherigen Mitarbeiter mindestens zwei Jahre lang zu denselben Konditionen weiterzubeschäftigen.

Die McDonald‘s-Markensymbole darf Gowor unterdessen nicht weiter nutzen. Und so wurden an russischen Restaurants in den vergangenen Tagen und Wochen nach und nach sämtliche gelbe M‘s entfernt. Und wer die russische McDonald‘s-Homepage aufruft, landete zuletzt auf einer Seite namens „Skoro tut budut burgers“: „Hier wird es bald Burger geben“. Das neue Logo der Kette besteht Medienberichten zufolge aus einem roten Ball und zwei gelben Strichen, es soll einen Burgerpatty und zwei Fritten darstellen. Der neue Name ist noch nicht bekannt.

McDonald`s
Gründer:Ray Kroc
Gründung:15. April 1955, San Bernardino, Kalifornien, Vereinigte Staaten
Umsatz:Rund 21 Milliarden US-Dollar (2019)
CEO:Chris Kempczinski (seit 2019)
Hauptsitz:Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten

McDonald’s in neuem russischem Gewand - aber identischen Gerichten

Darüber hinaus aber soll sich für die russischen Verbraucher möglichst wenig ändern. Die Gerichte sehen - zumindest auf den Fotos der Online-Speisekarte - fast identisch aus wie die alten. Und die Tatsache, dass McDonald’s in Russland seine Produkte bereits zuvor von russischen Landwirten bezog, soll dafür sorgen, dass sie auch weiter ähnlich schmecken. Lediglich: Der Burger „Filet-o-Fish“ heißt jetzt „Fish Burger“, der Hamburger „Royal“ wird zum „Grand“ und der „Double Royal“ zum „Double Grand“.

Auch deutsche McDonald’s-Filialen haben seit dem russischen Angriffskrieg von Wladimir Putin mit Problemen zu kämpfen: Sonnenblumenöl ist zeitweise sehr knapp und zudem auch teuer geworden - zeitweise kam bei den Kunden Sorge auf, dass es bald bei McDonald’s keine Pommes mehr geben könnte. (dir mit dpa)

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