Nach mehreren Explosionen

Mutmaßlicher Paketbomber von Texas tot - er sprengte sich vor der Polizei in die Luft

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Der mutmaßliche Paketbomber von Texas wurde offenbar bei seiner Festnahme getötet.

Seit drei Wochen hält eine Serie rätselhafter Bombenexplosionen rund um die texanische Hauptstadt Austin Polizei und Bevölkerung in Atem. Zwei Opfer verloren ihr Leben. Ein Verdächtiger ist nun bei einem Polizeieinsatz gestorben.

Austin - Ein im Zusammenhang mit der Serie von Bombenexplosionen in Texas gesuchter Mann ist bei einem Polizeieinsatz getötet worden. Das meldeten die Lokalsender KVUE und KEYE-TVE am frühen Mittwochmorgen (Ortszeit) unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Er hat sich bei einer Verfolgungsjagd am Mittwoch selbst in die Luft gesprengt. Das sagte der Polizeichef der texanischen Hauptstadt, der den Tod des 23-jährigen Mark Anthony C. bestätigte. Der Tatverdächtige soll für eine Serie von Bombenexplosionen verantwortlich gewesen sein. Die rätselhafte Serie von Bombenexplosionen in und um die texanische Hauptstadt Austin hatte seit Anfang März die Behörden und die Bevölkerung beschäftigt. Zwei Menschen waren durch Paketbomben getötet, weitere verletzt worden.

KEYE TV berichtete, Ermittler hätten den Verdächtigen anhand von Videos von Überwachungskameras ausgemacht, die ihn am Sonntag bei der Aufgabe zweier Pakete in einem Geschäft des Paketzustellers FedEx in Austin zeigten. Eines dieser Pakete sei in der Nacht zum Dienstag in der FedEx-Filiale in der Kleinstadt Schertz nahe San Antonio explodiert, zitierte der Sender seine Quellen. Der Mann sei am frühen Mittwoch während einer Verfolgungsjagd mit der Polizei getötet worden. Dabei habe er einen Sprengsatz explodieren lassen. Unklar war dem Sender zufolge, ob der Vorfall mit einer Schießerei zusammenhing, die es in der Nacht laut Polizei in Austin gab.

Laut ABC-Ableger KVUE wurde C. von einem früheren Vorgesetzten als sehr ruhig und introvertiert beschrieben. Er arbeitete bis zu seiner Entlassung für Crux Manufacturing, einen Halbleiter-Hersteller, der „schlüsselfertige technische Lösungen“ anbietet. Als ältestes von vier Kindern wurde Conditt zuhause beschult. Einen Abschluss hat er nicht.

Medien: Verdächtiger bei Festnahme getötet

Eine Reporterin von KVUE berichtete, die Bundespolizei FBI habe einen Verdächtigen im Zusammenhang mit der Bombenserie festgenommen. Dabei seien Schüsse gefallen, zudem habe der Verdächtige einen Sprengsatz explodieren lassen.

Auch am Dienstag war die rätselhafte Serie der Explosionen weitergegangen. Nach der Explosion des Pakets in Schertz wurde am Abend in der Nähe von Austin eine weitere Explosion gemeldet - diesmal in einem Second-Hand-Laden, dessen Erlöse wohltätigen Zwecke zugutekommen. Nach ersten Erkenntnissen gab es nur Leichtverletzte. Bei FedEx in der Nähe des Flughafens von Austin wurde derweil noch ein weiteres Paket entdeckt, das einen Sprengsatz enthielt. Es konnte dem FBI zufolge rechtzeitig unschädlich gemacht werden.

Einige Bomben-Komponenten erst kurz vor Taten gekauft

Die Ermittler waren dem Verdächtigen 48 Stunden vor der dramatischen Verfolgungsjagd auf die Spur gekommen. Die Zeitung Austin American Statesman zitiert Fred Milanowski von der Bundespolizeibehörde ATF: Man habe herausgefunden, dass der Mann einige Komponenten seiner Bomben erst kurz vor den Taten gekauft habe. Der letzte Sprengsatz, den der 23-Jährige in seinem Wagen zündete, sei eine „erhebliche Bombe“ gewesen, sagte Milanowski.

Austins Bürgermeister Steve Adler sagte bei CNN, trotz des Todes des Verdächtigen müsse man weiter vorsichtig sein. „Wir wissen nicht, was er in den letzten 24 Stunden gemacht hat“, sagte er. „Aber zunächst einmal sind wir alle sehr erleichtert. Wir haben alle zusammengehalten. Alle haben alles gegeben.“

Insgesamt sechs Explosionen seit Anfang März

Seit Monatsbeginn kam es Behörden zufolge zu sechs Explosionen. In Austin gingen drei Paketbomben hoch. Sie töteten zwei Menschen, zwei wurden schwer verletzt. In der Nacht zu Montag explodierte eine vierte Bombe. Sie wurde in einem Wohnviertel am Straßenrand abgelegt und von zwei Männern ausgelöst, die dort ihre Fahrräder entlang schoben. Beide wurden verletzt. Die Polizei hatte nach dieser Tat mit einem Stolperdraht von einem deutlich höheren Level der Bedrohung gesprochen. Die Ermittler sahen einen Zusammenhang zwischen den ersten vier Bomben und sprachen von einem Serientäter. Für Hinweise setzte sie insgesamt 115.000 Dollar Belohnung ausgesetzt.

Nach den ersten drei Bomben hatten die Ermittler unter anderem ein rassistisches Motiv vermutet, weil die Opfer Afroamerikaner und eine Frau hispanischen Ursprungs waren. Die vierte Bombe passte aber nicht in dieses Muster, weil sie anders als die Pakete nicht genau adressiert war und jeden hätte treffen können. US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag, man müsse den oder die Täter so schnell wie möglich finden. Wer so etwas tue, sei krank.

dpa

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