Springer-Haus feiert 100. Geburtstag des Gründers

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In der Konzernzentrale steigt am Mittwochabend die Feier.

Berlin - Zum 100. Geburtstag seines Gründers hat das Medienhaus Axel Springer für Mittwoch Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien nach Berlin eingeladen.

Zur Feier am Abend in der Konzernzentrale wurden unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck, EU-Kommissarin Viviane Reding und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erwartet. Bereits Stunden vor dem Empfang hatte die Polizei das Firmenhochhaus in Berlin-Kreuzberg aus Sicherheitsgründen weiträumig abgeriegelt.

Springer hatte den Verlag nach dem Krieg gegründet, 1952 schuf er mit der “Bild“-Zeitung das Flaggschiff und die meistgelesene Zeitung in Deutschland. Der Verleger galt als einer der profiliertesten Medienmacher der Bundesrepublik. Zur Zeit der Studentenrevolte in den 60er Jahren wurde er aber auch heftig wegen der Attacken des Boulevardblatts auf die Protestbewegung kritisiert.

Wowereit sprach von einem Wandel des öffentlichen Bildes von Springer. “Aus heutiger Sicht gilt: Axel Springer ist eine bedeutende Figur der Zeitgeschichte, und er war ein großer Berliner.“ Die Verwirklichung seiner Vision der “friedlichen Wiederherstellung der deutschen Einheit in Freiheit“ habe er bedauerlicherweise nicht mehr erlebt, erklärte Wowereit zum Geburtstag.

Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sagte im Deutschlandradio Kultur, er könne nicht vergessen, was der Verlag zur Zeit der Studentenproteste angerichtet habe. Mit seinem Verlagshaus habe Axel Springer erheblich dazu beigetragen, dass die außerparlamentarische Opposition (APO) in weiten Teilen der Bevölkerung verhasst gewesen sei.

In dem Vorwort zu einer Sonderbeilage zu Springers Geburtstag nannte der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Mathias Döpfner, den Verlagsgründer am Mittwoch einen “Helden der menschlichen Schwäche“. Er sei Axel Springer zwar nie begegnet. Er habe Schwächen, Zweifel und Ängste zugegeben, aber sie immer dann überwunden, “wenn es wirklich darauf ankam“.

Zum Jubiläumsjahr schreibt der Konzern Rekordzahlen. 2011 stieg der Umsatz um zehn Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro.

dpa

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