Messer-Opfer war gesuchter Häftling

Istanbul/Billerbeck -  Der am Montag in Istanbul erstochene Deutsche war ein per Haftbefehl gesuchter Flüchtling aus der Justizvollzugsanstalt in Münster .

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Der 41 Jahre alte Mann sei im Juni 2008 aus dem Gefängnis geflohen und untergetaucht, sagte Staatsanwalt Stefan Lechtape am Dienstag und bestätigte einen Bericht des WDR in Münster . Das Opfer stammt aus dem münsterländischen Billerbeck. Der 41-Jährige war beruflich in der türkischen Metropole unterwegs, wie seine “Geschäftspartnerin“ der türkischen Zeitung “Vatan“ sagte. Die Bluttat war nach einem Streit auf einer beliebten Einkaufsstraße geschehen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 41-Jährige wegen Betrugs und Untreue zwei bis drei Jahre absitzen sollen, von denen bis zum Zeitpunkt seines Verschwindens nur wenige Wochen vergangen waren. Wie er geflohen war, lasse sich aufgrund der Akten nicht nachvollziehen. “Es war unspektakulär“, sagte Lechtape.

“Vatan“ schrieb am Dienstag unter der deutschsprachigen Überschrift “Wir sind sehr traurig“, dass der Deutsche zuerst um Geld angebettelt worden sei. Der Bettler habe auf türkisch gefleht: “Ich habe Hunger! Gib mir irgendetwas! Gib mir wenigstens eine Lira!“ Das entspricht 47 Cent.

Daraufhin soll der Deutsche eine abwehrende Geste gemacht haben. Da stach der Bettler mit einem Brotmesser zu. Der 26-Jährige leide unter psychischen Störungen und sei vorher bereits in Behandlung gewesen, heißt es in türkischen Medien. Sein Opfer starb in einem nahen Krankenhaus an den schweren Verletzungen. 

dpa

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