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Messerattacke in Hamm: Ein Opfer im Krankenhaus gestorben - Polizei spricht von „Amoktat“

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Hochschule Hamm-Lippstadt
Einsatzkräfte der Polizei auf dem Gelände der Hochschule Hamm-Lippstadt. © Andreas Rother/Westfälischer Anzeiger/dpa

Eines der vier Opfer des Messerangriffs von Hamm ist im Krankenhaus an den schweren Verletzungen gestorben. Der Täter wurde in die Psychiatrie eingewiesen.

Update vom Sonntag, 12. Juni, 10.51 Uhr: Nach dem Messerangriff an der Hochschule Hamm durch einen mutmaßlich psychisch kranken Mann ist eines der Opfer gestorben. Die 30-jährige Frau aus Essen sei am Samstag in den späten Nachmittagsstunden ihren Verletzungen erlegen, teilte die Staatsanwaltschaft Dortmund am Sonntag mit. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Mittlerweile spricht die Polizei von einer „Amoktat“. Bei der Messerattacke auf dem Campus Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt waren am Freitagnachmittag (10. Juni) insgesamt drei Frauen und ein Mann verletzt worden. Bei den Opfern handelt es sich um zwei Studentinnen und einen Studenten - alle drei 22 Jahre alt. Das nun verstorbene vierte arbeitete als Lehrbeauftragte an der Uni.

Der Verdächtige wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Ermittler gehen nach einem psychiatrischen Gutachten davon aus, dass der Student bei der Tat schuldunfähig oder vermindert schuldfähig war.

Messerattacke in Hamm: Täter in Psychiatrie eingewiesen – Polizei nennt neue Details

Erstmeldung vom Samstag, 11. Juni: Dortmund – Nach dem Messerangriff an einer Hochschule in Hamm ist der mutmaßliche Täter in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen worden. Der 34-Jährige soll schon seit längerem an psychischen Problem gelitten haben, teilte Henner Kruse, Sprecher der Dortmunder Staatsanwaltschaft, am Samstag (11. Juni) mit. Der Mann wurde am Samstagmorgen von einem psychiatrischen Sachverständigen begutachtet. Danach sei die einstweilige Unterbringung in einem Fachkrankenhaus angeordnet worden. Während der Tat sei er möglicherweise schuldunfähig gewesen.

Bluttat von Hamm: Täter war bereits in psychiatrischer Behandlung

Wie Kruse weiter ausführte, hatte der 34-Jährige erst am Freitag auf eigenen Wunsch die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses verlassen. Dort hatte er sich wegen eines Suizidversuchs aufgehalten. Der Verdächtige habe sich seit längerem in psychotherapeutischer Behandlung befunden; bei der Durchsuchung seiner Wohnung im Studierendenwohnheim seien „zahlreiche Psychopharmaka“ entdeckt worden.

Der Mann fühlte sich demnach von einer Gruppe von Menschen verfolgt, die ihm seiner Ansicht nach nach dem Leben trachte. Er meldete sich deswegen unter anderem bei der Polizei. Der letzte Kontakt mit der Polizei bestand laut dem Polizeipräsidenten von Hamm, Thomas Kubera, Anfang April. Auch an der Hochschule seien die psychischen Probleme des Langzeitstudenten bekannt gewesen, seine Eltern hätten ebenfalls davon gewusst.

Messerangriff in Hamm: Opfer wird Verletzungen wohl nicht überleben

Den bisherigen Ermittlungen zufolge war der 34-Jährige am Freitagnachmittag in ein Gebäude der Hochschule Hamm-Lippstadt in Hamm gegangen. Laut Kruse hatte er zwei kurz zuvor gekaufte Küchenmesser dabei. Der Mann habe dann zunächst im Foyer eine 22 Jahre alte Frau angegriffen, danach einen 22 Jahre alten Mann und dann eine weitere 22 Jahre alte Frau.

Die beiden ersten Opfer erlitten unter anderem Verletzungen am Hals. Die als Dritte angegriffene Frau erlitt dem Staatsanwalt zufolge acht Stiche in den Bauch und musste notoperiert werden. Inzwischen bestehe keine Lebensgefahr mehr.

Der 34-Jährige betrat dann einen Hörsaal und stach auf eine 30 Jahre alte Lehrbeauftragte der Hochschule ein, die sich eine Gastvorlesung anhörte. Sie habe durch Stiche in den Brustbereich „ganz erhebliche innere Verletzungen“ erlitten, sagte Kruse. Die Frau wurde per Helikopter in eine Uniklinik gebracht und ebenfalls notoperiert. Jedoch hätten die Ärzte inzwischen keine Hoffnung mehr für sie, sagte der Staatsanwalt.

Hamm: Polizeipräsident lobt „mutige“ Studierende

Der mutmaßliche Täter wurde im Hörsaal von Studentinnen und Studenten überwältigt und dann von der Polizei festgenommen. Er habe die Tat gestanden und angegeben, dass er keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe, sagte Kruse. Demnach ging der Mann davon aus, dass die Anwesenden in dem Hochschulgebäude zu einer Gruppe gehörten, die ihn töten wolle. Es sei davon auszugehen, dass alle Verletzten Zufallsopfer waren.

Polizeipräsident Ralf Ziegler lobt die Überwältigung des Täters durch die Studierenden als „sehr mutig und sehr, sehr geistesgegenwärtig“. Das Eingreifen hab „sicherlich unzählige weitere Opfer verhindert.“ Der Lehrbetrieb der Hochschule in Hamm wurde für Montag (13.06.2022) abgesagt. Der Campus werde für die Studierenden jedoch weiterhin als „als Ort zum Austausch und Innehalten“ geöffnet sein. (aa/dir/AFP/dpa)

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