HNA-Mitarbeiter Jürgen von Polier beim Metal-Festival

Schlammschlacht in Wacken: Zelt gab im Regen auf

Matschige Angelegenheit: Jürgen von Polier lässt sich davon aber nicht die Laune vermiesen.

Wacken. Es ist das größte Metal-Festival der Welt: Wacken - im gleichnamigen 1800-Seelen-Dorf in Schleswig-Holstein. Unser Mitarbeiter Jürgen von Polier ist für uns hingefahren.

Nette Menschen. Bands live sehen, die ich immer sehen wollte. Schlafen unter freiem Himmel, im Einklang mit der Natur, sozusagen. Und wenn es regnet, dann plätschert der Regen auf das Zelt. So hatte ich es mir vorgestellt, das größte Heavy-Metal-Festival der Welt. Eingeschränkt wurde meine Vorstellung dann leider durch eine winzige Tatsache.

Es regnet und regnet und regnet. Seit ich hier am Mittwoch angekommen bin, gab es nur ein paar Stunden ohne Regen. Der Großteil der Nacht und bisher auch der Donnerstag waren gezeichnet von eimerweise Regen aus dichter Wolkendecke. Gestartet bin ich in Hamburg. Ich würde eine Dreiviertelstunde brauchen, prophezeite mein Navi. 75.000 Fans sind jedoch aus allen Teilen der Welt angekündigt und Staus auf der Karte bereits um acht Uhr morgens zu sehen. Ich rechne mit dem Schlimmsten, brauche dann aber doch nur eine Stunde für den Weg.

Kurz bevor ich ankomme, sehe ich, dass die Polizei einen Kreisverkehr in der Richtung gesperrt hat, in die ich eigentlich fahren muss. Der Polizist fragt: Wacken? Ich bejahe und er macht daraufhin ein Gesicht, das gleich das Wort schwierig sagen will. "Ich muss auf den Presse-Campingplatz", komme ich ihm zuvor. "Aaah, dann fahren sie mal durch".

Vorbei geht es an rotbraunen und schwarzen Holstein-Rindern und idyllischen Häuschen. Noch kurz durch den Wald, dann bin ich da und unternehme mit meinen netten Zeltnachbarn aus Boppard und Arnsberg (Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz) einen Ausflug ins legendäre 1800-Seelen-Dorf.

Unser Autor Jürgen von Polier wird in den kommenden Tagen weiter für uns über seinen Wacken-Besuch berichten.

Auf der Hauptstraße bewegt sich ein schwarzer Strom: Menschen aus der ganzen Welt sind hier. Dazwischen immer wieder Schottenröcke, Wikinger, Phantasie- und Pokémon-Kostüme. Garagen sind hier keine Garagen mehr, sondern umgebaute Bars, die Anwohner verdienen am Festival mit. Auch Melanie Kreyl bewirtet auf ihrer Einfahrt, flankiert von Skeletten mit Musikinstrumenten, Gäste mit selbstgemachtem Bier- und Rhabarberschnaps.

Wacken 2015: Blick aufs berühmte Metal-Festival

"Das Festival ist für uns wie Weihnachten und Ostern zusammen", sagt sie. Auf ihren Armen sind Noten tätowiert, mit dem Festival, das sich zum 26. Mal jährt, ist sie aufgewachsen. Durch ihre Old Metalbar werde sie nicht reich, sagt sie, aber man verdiene schon ein bisschen. "Für die meisten Anwohner würde ohne das Open Air einfach etwas fehlen, es gehört zu uns", erklärt sie.

Zurück auf dem Zeltplatz ist der mühselig aufgebaute Pavillon meiner Nachbarn einfach in sich zusammengefallen, ab jetzt geht es wirklich abwärts. Schon am Dienstag hatten die Veranstalter aufgerufen, mit den Zelten zusammenzurücken, Wacken versinkt im Schlamm. 35 Liter Regen pro Quadratmeter fielen vergangene Nacht. Mein Zelt gibt auf. Glücklicherweise hatte ich an den Rand meiner Unterkunft Wasserflaschen gelegt, dort sammelt sich das Wasser, von dem ich ungefähr sechs Liter nachts mit einer Tupperdose abschöpfe.

Als ich nachsehen will, wie viel Niederschlag noch kommen soll, bekomme ich auf der Internetseite Werbung für das Zelt angezeigt, das mir meine Misere eingebrockt hat. Bittere Ironie. Um mich herum fliegen reihenweise Pavillons. Nur etwa 300 Meter entfernt sind die Bühnen, ohne nass zu werden ist das unerreichbar. Bis drei Uhr nachts wummern noch Bässe einer Karaokeparty, Stromgeneratoren stimmen mit ein.

Selbst zehn Meter entfernte Dixieklos werden durch den tiefen Schlamm unerreichbar. Und während die Fans sich hier Bands anhören, die Powerwolf heißen, hustet und prustet der Wind ihre kleinen Häuschen um. DAS ist Wacken.

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Wacken Open Air in sozialen Medien

#u.d.o#bundeswehrmusikkorps#wacken

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Istar came to #wacken2015 to paardiiii #lotr

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Skyline is rocking the Black Stage right now - Wacken Open Air 2015 has started! Let's have a great party Metalheads!

Posted by Wacken Open Air on Donnerstag, 30. Juli 2015

I'm here! #wacken2015

Ein von Sandra Voge (@sandra_voge) gepostetes Foto am

Wackeeeeen ☀️ das wird super.. #impericonontour #wacken2015 #merchandise

Ein von Impericon DE (@impericonde) gepostetes Foto am

Kommentare

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